Vulkan Yakedake

Liebe Wanderfreunde!

Heute möchte ich Euch mit ein paar Impressionen aus den Japanischen Alpen erfreuen! Auf meiner Japantour im Jahr 2015 hatte ich viele Gelegenheiten zu wandern, eine davon führte mich nach Kamikochi, einem kleinen Örtchen inmitten herrlicher und unberührter Natur in der Präfektur Nagano auf der Insel Honshu. Obwohl das Wetter am ersten Tag leider sehr regnerisch war, ließen sich weder die japanischen Wanderer noch ich davon abhalten, ein paar Stunden durch den Wald und hinauf auf den Yakedake Vulkan (2444m) zu wandern. Zwar bot sich oben aufgrund des Nebels und der Regenwolken nicht der erhoffte Ausblick, es war dennoch eine Freude, weitab der großen Städte und der Hektik zur Ruhe zu kommen und das satte Grün der Natur in sich aufzusaugen. Bemerkenswert fand ich, dass die Japaner selbst hier sehr entspannt waren. So hektisch sie hier oft durch die Städte hetzen und in kürzester Zeit mit dauerklickenden Kameras die Sehenswürdigkeiten abklappern, um möglichst viele Eindrücke mit nach Hause zu nehmen, so langsam und gemächlich und genießerisch konnte ich sie in Kamikochi erleben. Hier kam ich mir mit meinem Gehtempo wie ein Trailrunner vor, oft genug erschraken die einheimischen Wanderer regelrecht, wenn ich von hinten überholte. Jeder begrüßte mich mit einem freundlichen „Konichiwa“ und lächelte mir zu, nur einer der Gründe, warum ich die Japaner als sehr angenehme und herzliche Menschen in Erinnerung behalten werde. Besonders wohltuend waren auch die heißen Bäder nach der Anstrengung. Dazu gibt es nach Geschlechtern getrennte kleine Becken, in denen mehrere Leute Platz haben und sich die müden Glieder vom heißen Wasser beleben lassen. Abends in den Gasthütten gab es immer fantastisches Essen. Und wer die Japaner als zurückhaltende, ruhige und schüchterne Menschen kennt, der sollte mal abends in ein Bettenlager in den Alpen hineinschauen: dort hocken sie auf dem Boden zusammen und schnattern, lachen und erfreuen sie sich lauthals der Gesellschaft anderer Wanderer bei ein paar Gläsern Sake. Ich hatte sehr viel Spaß, mich mit Händen und Füßen, ein paar Brocken Japanisch und mithilfe des google Übersetzers zu verständigen, Fotos auszutauschen und Geschichten zu erzählen.  Der nächste Morgen bot nach einem ausgiebigen und wieder köstlichem Frühstück dann ein sehr erfreuliches Bild. Die Wolken verzogen sich langsam und die Sonne schien den ganzen Tag. Ich bin dann noch ein paar Stunden am Fluss entlang und an Seen vorbei marschiert und konnte mich nicht satt sehen an der ganzen Schönheit der Gegend.

 

Die Wandermöglichkeiten in den Alpen sind übrigens sehr vielfältig. Auch mehrtägige Touren sind möglich, mit oder ohne Bergführer. Die Wege sind gut beschildert und in den örtlichen Informationszentren erhält man mehrsprachige Infofolder.

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig für Japan begeistern, weitere Berichte über Wanderungen in anderen Landesteilen werden folgen!

 

Hier noch ein paar Daten zum Yakedake:

Höhe: 2444m

Distanz: 6,4km

Höhenunterschied: 860m

Gehzeit: 5-7 Stunden Auf-und Abstieg je nach Geschwindigkeit

Begehbarkeit: Juni bis November

 

 Mit den besten Grüßen,

Euer Heiko

 www.heikosadventures.com