Tobias Panwitz, Wanderer, Camino-Pilger und Musiker aus Berlin.

Als ich vor 15 Jahren das erste Mal den Camino gelaufen bin, habe ich den Song „Walking the Camino“ geschrieben. Jetzt ist er die zweite Single meines kommenden Walking-Song-Albums. Im Musikvideo wandere ich auf dem Camino Mozarabe durch Andalusien . Hier geht’s zum Video: http://bit.ly/Camino_Video

Das Album besteht aus Songs, die zu großen Teilen beim Laufen in Spanien entstanden sind, z.B. auf den Straßen Madrids („Walking round Madrid“), dem Camino de Santiago („Walking the Camino“), dem Weg nach Salamanca („Road to Salamanca“) oder bei der Ankunft in Santiago de Compostela („City of the Saint“).

Um die Herstellung und Promotion des Walking-Song-Albums zu finanzieren, mache ich gerade eine Crowdfunding Kampagne. Mehr Infos zum Album und zur Kampagne gibt es hier: https://www.startnext.com/de/walking-song-album 

Das Album ist ab dem 16.03.2018 überall erhältlich, kann aber jetzt schon im Rahmen seiner Crowdfunding Kampagne vorbestellt werden: http://trailheadmusic.tictail.com/

Vielen Dank, guten Weg & Bon Camino aus Berlin!
Tobias Panwitz

Uns interessiert natürlich, welche Erfahrungen Tobias Panwitz auf seinen Pilger-Wanderungen gemacht hat und haben ihm ein paar Fragen gestellt:

Bist du schön öfter auf dem Jakobsweg gegangen bzw. gepilgert?

Gelaufen bin ich immer schon gern. Spätestens seit ich in den 90er Jahren als Volunteer im Redwood Nationalpark (Nordkalifornien) jeden Tag mehrere Kilometer durch die Wälder gelaufen bin, um dort Wege anzulegen bzw. in Stand zu halten. 2003 bin ich dann zum ersten Mal den Camino (Frances) gelaufen, von SJP bis Santiago und weiter bis Finisterre. Unterwegs schrieb ich meinen ersten Camino-Song „Walking the Camino“. 2005 folgte dann der erste Teil des Via de la Plata, von Sevilla nach Caceres. Bis nach Salamanca habe ich es nicht geschafft, und aus dem Bedauern darüber heraus entstand der Song „Road to Salamanca“. 2013 ging es dann weiter auf der Via de la Plata, von Merida nach Santiago. Auf diesem Weg entstand ein Großteil der Songs auf dem neuen Walking-Song-Album: „Take a Walk“, „Too many People“, „Keep walking“ und „City of the Saint“. 2017 schließlich bin ich das erste Stück des Camino Mozarabe gelaufen, von Almeria nach Granada. leider nicht weiter 🙂 dort entstanden die Aufnahmen zum Video für „Walking the Camino“.

Wie war es auf dem „Camino Mozarabe“ zu pilgern?

Wie gesagt, ich bin „nur“ die ersten 200 km gelaufen. Es war der landschaftlich beeindruckendste Camino, den ich erlebt habe. Sehr einsame, weite Ebenen, Täler, Berggegenden und Flussläufe.

Du bist Wanderer und Songwriter und sagst in deinem Video, dass du beim Gehen Ideen zu Songs bekommst. Setzt deine Kreativität beim Wandern ein, weil dann der Kopf frei wird von den „Hunderttausend Kleinigkeiten“?

Ja genau, der Kopf wird frei. Gehen ist für mich eine gute Monotonie. Die Füße schalten quasi auf Autopilot. Und das Gute (für mich) am Camino ist, dass man sich nicht viele Gedanken über die Strecke, die Richtung oder unüberwindliche Hindernisse machen muss. Wenn man nicht gerade, wie ich 2013, ein regenreiches Jahr erwischt, in dem man ständig Wege um über Nacht neu entstandene Flüsse und Seen finden muss. 🙂 In dieser Monotonie können Gedanken leicht kommen und gehen. Und da einem die Füße ständig einen Rhythmus vorgeben, entstehen schnell Songs dabei. Die „Hunderttausend Kleinigkeiten“ gehen zwar trotzdem im Kopf herum, verschwinden aber auch so schnell wie sie kommen, da es ständig etwas Neues zu sehen oder betrachten gibt.

Fotos sind vom letzten September, als ich mit meiner Frau den Camino Mozarabe von Almeria nach Granada gelaufen bin (200 km).

 

 

Fotos von Karolina Kuszyk / Tobias Panwitz