Pilgerwandern: Von Kelheim nach Eichstätt am Ostbayerischen Jakobsweg

7. Juni 2018 | Von in Jakobswege/Pilgerreisen

Eine 3-Tages-Pilgerschaft am schönsten Abschnitt des Weges

 

In Kelheim an der Donau werden die PilgerInnen mit der Geschichte des Weges auf einem Plakat hingewiesen. Dieser Jakobsweg führt auf 270 Kilometern von der deutsch-tschechischen Grenze bei Eschlkam nach Donauwörth. Für den ganzen Weg sind 10 – 14 Wandertage vorgesehen.

Jetzt geht es immer der Muschel nach…  Bereits nach wenigen Kilometern folgen die „Highlights“ des Weges. Zuerst erreicht man das Klösterl kurz hinter Kelheim – eine ehemalige Einsiedelei, der heute als Ausflugslokal dient. Eine erste Pause für alle PilgerInnen.

Dann folgt der Donaudurchbruch auch „Weltenburger Enge“ genannt, bis schließlich das weltberühmte

Kloster Weltenburg erreicht wird. Hier sollte unbedingt das berühmte Bier gekostet werden. Ein kleines Boot wartet am Ufer immer auf Pilger für die Überfahrt zum Kloster. Das Kloster bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten die JakobspilgerInnen.

 

Es geht über die Donau mit der Autofähre bei Stausacker und durch Wälder, die wunderbar Schatten spenden. Eine besondere Attraktion ist der Nachbau eines römischen Signalturm. Die Gegend hier ist Hopfenanbaugebiet.

Schließlich wird Altmannstein erreicht. Beim Besuch der Kirche (Pilgerstempelstelle) sollte unbedingt das Hochaltar-Kreuz von Iganz Günther besichtigt werden. Der Ort eignet sich für die erste Übernachtung, bis es am nächsten Tag weitergeht.

Die berühmte Salvator-Wallfahrtskirche von Bettbrunn liegt nun am Weg. Der Ort wird heute noch von vielen Wallfahrern aus Nah und Fern aufgesucht. Das Deckenfresko erzählt von der lange Tradition der Wallfahrt nach Bettbrunn.

Durch den Köschinger Forst führt der Weg über Stammham nach Böhmfeld. Im Wald sind Kilometer-Tafeln für PilgerInnen aufgestellt. Der Weg nach Santiago würde wohl noch rund drei Monate dauern.

Hier in Böhmfeld kann man gut die zweite Nacht verbringen. Auf wunderbaren Wegen gehen wir unseren 3-Tage-Ziel entgegen.

Ein kurze Pause im kühlen Wald und eine weitere Pause an der Pilgerraststelle in Pfünz stand auf unserem Programm.

Nun geht es entlang der Altmühl bis Eichstätt. Zuerst wird die Katholische Universität Eichstätt erreicht. Auf wunderbaren alten Gassen geht es durch die Stadt.

 

Der Dom St. Salvator und U. L. Frau und St. Willibald bildet dann das kulturelle Ende der Tour. Ein herrliches verlängertes Wochenende….


Wandern und Pilgern in Moldawien

28. März 2018 | Von in Europa, Jakobswege/Pilgerreisen

Moldova – Discover the routes of life

Auf der Suche nach mir unbekannten Ländern zog es mich Ende März 2018 nach Moldawien (Republik Moldau). Ich rechnetet nicht mit einem Winterurlaub, aber es gab starken Schneefall. Dadurch musste das Besichtigungs- und Wanderprogramm etwas umgestellt werden.

Chișinău – Die Hauptstadt

Von Frankfurt über Wien ging es nach Kischinau (Chișinău). Durch das „Tor von Chișinău“ (so werden die sozialistischen Wohnbauten am Eingang der Stadt genannt) gelangt man ins Zentrum.

Der Bd. Ștefan cel Mare și Sfânt ist die Repräsentationsstraße der Hauptstadt mit ihren rund 700.000 Einwohnern. Dieser zieht sich auf über zwei Kilometer durch das Zentrum der Stadt. Schicke Geschäfte, Märkte, Gebäude aus den letzten beiden Jahrhunderten findet man entlang der breiten Straße.

Will man diese Straße spirituell erwandern, bildet die Ciuflea-Kathedrale am Ostende der Straße einen schönen Ausgangspunkt. Die Auferstehungskathedrale im Zentral-Park ist wohl eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. In der Fastenzeit bildeten sich lange Schlangen vor dem Eingang.

Am Stadtrand, nahe eines kleinen Seegebiets, steht ein Freilichtmuseum mit zwei alten Holzkirche. Diese Gegend kann auch für kleinere Wanderungen genutzt werden.

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Wandergebiet Orheiul Vechi

Die Flussschlaufen des Răut und der historisch-archäologische Komplex von Orheiul Vechi sind die Hauptsehenswürdigkeiten des Landes. Bei gutem Wetter bieten sich hier atemberaubende Ausblicke. Die Gegend ist das Wandergebiet Nummer 1 des Landes und als staatliches Kultur- und Naturschutzgebiet anerkannt.

Trotz Schnee und Wind wanderten wir zum Glockentürmchen des Höhlenklosters, der zugleich der Eingang in die unterirdische Welt ist. Freundlich wurden wird vom Mönche des Klosters empfangen. Natürlich hatte er nicht mit Pilgern bei diesem Wetter gerechnet.

Von der Veranda des Klosters (Vorsicht nicht gesichert) hat der Wandernde nochmals einen wunderbarer Ausblick auf den Fluss und die Felsen. Dann ging unsere Winterwanderung weiter zur Marienkirche.

Auch hier wurde nicht mit uns gerechnet. Nach der Kirchenbesichtigung ging es wieder hinab ins Dorf. Hier entstehen immer mehr kleine Pensionen, die Wanderern Unterkunft bieten.

Ein kleines Museum gibt einen Einblick in ein Leben aus längst vergangener Zeit.

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Von Pokrowka zum Kloster Rudi

Der Schneesturm war am nächsten Tag vorbei und die Landschaft erstrahlte in herrlichem Weiß. Mit dem Bus ging es zur Ortschaft Pokorwka. Der Ort ist das Zentrum der orthodoxen Altgläubigen. Religion wird hier noch in sehr traditioneller Form gepflegt.

Vom Dorf wanderten wir zum Kloster Rudi. Auch in diesem Frauenkloster gelten noch sehr strenge Regeln. Am Eingang werden an Frauen Röcke verteilt. Das Leben der Nonnen ist geprägt von Gebet und Stille.

Die Klosterkirche wird zurzeit einer grundlegenden Renovierung unterzogen. Eine wunderschöne Winterwanderung!

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Soroca

Die Festung der Stadt aus dem Jahre 1546 ist wohl das historische Highlight der Stadt Soroca. Eine Besichtigung sollte nicht versäumt werden. Die Stadt Soroca liegt am Fluss Dnister, der hier Grenzfluss zur Ukraine ist. Leider sind Überfahrten mit der Fähre nur für Einheimische möglich.

Bekannter ist die Stadt natürlich für Ihre „Zigeunerpaläste“. Eine Wanderung auf den sog. Zigeunerhügel ins Viertel der Sinti und Roma sollte bei keiner Stadtbesichtigung fehlen. Mit viel Fantasie, aber oft ohne Geschmack, werden hier die verrücktesten Villen gebaut.

Auch die Kirche im Viertel der Sinti und Roma mit ihrem Friedhof gewährt uns einen Einblick in ein anderes Leben. Bei gutem Wetter sollte man noch den Aufstieg zur „Kerze der Dankbarkeit“ am Stadtrand machen. Wegen des vielen Schnees leider für uns nicht möglich.

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Zum Koster Saharna

Ebenfalls im Schnee fand unsere Wanderung zum Kloster Saharna statt. Leider konnte der Aufstieg zum Fußabdruck der Gottesmutter und zum Höhlenkloster nicht erfolgen.

Das Kloster kennt keine Nachwuchsprobleme. Eintrittswillige müssen sich in eine Warteliste eintragen. Der Komplex wird dadurch ständig erweitert.

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Transnistrien

Einreisen in das abtrünnige Territorium am linken Ufer des Dnisters sind inzwischen relativ problemlos möglich. Die Pässe am Grenzübergang werden elektronisch gelesen und die Wartezeit auf ein 10-Stunden-Visum verkürzt sich dadurch erheblich. Dort angekommen fühlt man sich in die Zeit der Sowjetunion zurückversetzt.

Die Festung der Stadt Bender ist natürlich Pflichtprogramm. Diese Stadt gehört schon zu „Transnistrien“ (Ausnahme die Vorstadt), obwohl sie noch am rechten Ufer des Flusses liegt.

In Tiraspol (Hauptstadt Transnistriens) führte uns der Weg zur Kathedrale, die ein Schmuckstück in der sozialistischen Einheitsstadt ist. Auch wenn es in den letzten Jahren zu diversen Annäherungen mit Moldawien kam, so kennt man hier doch die fast 30jährige Trennung. Es entstand eine De-Facto-Staat mit Russisch als Amtssprache, eigener Währung und eigener Regierung. Bis heute jedoch von keinem Staat der Welt anerkannt.

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Gagausien

Wie Transnistrien versuchte auch Gagausien nach der Wende den Weg in die Unabhängigkeit. Schließlich einigte man sich aber auf eine Autonomie. Hier setzte der kräftigste Schneesturm dieser Reise ein. in Comrat der  Hauptstadt lohnt insbesondere die Kathedrale einer Besichtigung.

Aber auch viele kleine Dorfkirchen sind sehr sehenswert….   Nach dem Schneesturm kam der Saharastaub und aus Weiß wurde Rosa. Eigenlicht wunderschön!!!

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Moldawien – Eine wunderbare (Winter)-Reise……

Moldawien – Das Land der Wegekreuze…..

und natürlich…  Moldawien – Land mit dem größten Weinkeller der Welt!!!


Alexander Bürger

20. März 2018 | Von in Jakobswege/Pilgerreisen

Über 15.000 km auf Jakobswegen und Pilgerwegen durch Europa und die Welt

 

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Nach vielen Reisen auf allen Kontinenten suchte ich 2007 eine neue Erfahrung. Ferne Länder waren mir inzwischen bekannt. Warum nicht den Camino Francés nach Santiago de Compostela pilgern? Eine Idee, die mich nicht mehr losließ. Keine 300 km pro Tag mit Bus oder Auto, nein – 25 km pro Tag – zu Fuß!
Die ersten Schritte auf dem berühmtesten Jakobsweg empfand ich als anstrengend. – Aber eben nur die ersten Schritte. – Der Körper gewöhnte sich sehr schnell an seine Tagesaufgabe und es setzte ein Gefühl von Freiheit und Glück ein. Das Lebensnotwendigste auf dem Rücken, wenig Luxus, aber sehr viel Unabhängigkeit. Ein einfaches Leben, aber ausgefüllt von Unterhaltungen mit Menschen am Weg und Menschen auf dem Weg.
Wieder Zuhause angekommen, konnte ich mich nicht damit abfinden, dass dieses Leben nun zu Ende sein sollte. Zurück in eine Welt von Konsum, Oberflächlichkeit und Hektik?

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Pilgerwandern auf dem Jakobsweg – Songwriter Tobias Panwitz: „Walking the Camino“

20. Februar 2018 | Von in Jakobswege/Pilgerreisen

Tobias Panwitz, Wanderer, Camino-Pilger und Musiker aus Berlin.

Als ich vor 15 Jahren das erste Mal den Camino gelaufen bin, habe ich den Song „Walking the Camino“ geschrieben. Jetzt ist er die zweite Single meines kommenden Walking-Song-Albums. Im Musikvideo wandere ich auf dem Camino Mozarabe durch Andalusien . Hier geht’s zum Video: http://bit.ly/Camino_Video

Das Album besteht aus Songs, die zu großen Teilen beim Laufen in Spanien entstanden sind, z.B. auf den Straßen Madrids („Walking round Madrid“), dem Camino de Santiago („Walking the Camino“), dem Weg nach Salamanca („Road to Salamanca“) oder bei der Ankunft in Santiago de Compostela („City of the Saint“).

Um die Herstellung und Promotion des Walking-Song-Albums zu finanzieren, mache ich gerade eine Crowdfunding Kampagne. Mehr Infos zum Album und zur Kampagne gibt es hier: https://www.startnext.com/de/walking-song-album 

Das Album ist ab dem 16.03.2018 überall erhältlich, kann aber jetzt schon im Rahmen seiner Crowdfunding Kampagne vorbestellt werden: http://trailheadmusic.tictail.com/

Vielen Dank, guten Weg & Bon Camino aus Berlin!
Tobias Panwitz

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Jakobsweg Mallorca

26. Oktober 2017 | Von in Jakobswege/Pilgerreisen

Gibt es auf Mallorca einen Jakobsweg? JEIN – Auf einer deutschen Mallorca-Homepage (Mallorca-erleben.inf0) fand ich einen Artikel über einen Jakobs-WEG, der jedoch (noch) nicht mit Muscheln markiert ist. Ich hatte im Oktober noch etwas Urlaub und wollte diesen Wegvorschlag testen. Zum Wandern und Pilgern ist gerade der Spätherbst auf der Balearen-Insel vorzüglich geeignet.

Start ist die Einsiedelei St. Honorat am Heiligen Berg. Dort kann man sich auch den Pilgerausweis für die Reise nach Santiago de Compostela ausstellen lassen.

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Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht möglich. Ich fuhr mit dem Bus bis Llucmajor und wanderte entgegen der eigentlichen Laufrichtung des Jakobswegs zur Einsiedelei/zum Kloster. Ein wunderbarer Aufstieg…   Das Kloster kann nicht besichtigt werden, jedoch steht die kleine Kirche den Besuchern und den Pilgern offen.

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Pilgerwandern im Iran – Spirituelle Orte im alten Persien

12. Oktober 2017 | Von in Jakobswege/Pilgerreisen

Ein Reisetraum wurde für mich wahr!

Das schöne alte Wort PERSIEN klingt wesentlich mehr nach Traumland als der neuere Staatsname IRAN. Meist beginnt eine Iran-Reise in der Hauptstadt Teheran (persisch: تهران Tehrān). Der Flug dauert unwesentlich länger als zu den Kanarischen Inseln. Seit Aufhebung der UN-Sanktionen sind Reisen nach Iran/Persien wieder stark im Kommen. 

Revolutionsplatz und Azadi-Turm gehörten neben den Museen zum Pflichtbesichtigungsprogramm der Stadt. Hierfür reichen ein bis zwei Tage, denn die Stadt mit ihren 20 Millionen Einwohnern ist relativ jung. Das alte Persien liegt wesentliche südlicher im Iran.

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Shikoku-Pilgerweg Japan

10. Juni 2017 | Von in Jakobswege/Pilgerreisen

Jakobsweg auf Japanisch?

Bereits bei meiner ersten Pilgerschaft 2007 am Camino Francés erzählte mir ein Japaner von einem Pilgerweg in Japan. Dieser sei älter als der Jakobsweg in Spanien. Er habe ihn nach seinem Ruhestand gepilgert und sei nun hier in Spanien unterwegs. Auch in den Herbergen in Spanien sah ich öfter Aufkleber „Walking for Shikoku 88 temples“ JAPAN.

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Es gingen viele Jahre und Wegekilometer bei mir ins Land…. 2017 sollte nun endlich meine erste Pilgerschaft „außerhalb des christlichen Glaubens“ stattfinden. Ausgerüstet mit Landkarte, Reiseführer und schnell angelernten 500 Wörtern Japanisch startete ich Ende April das Abenteuer Shikoku.

Der Legende zufolge soll der buddhistische Mönch Kukai (774-835) selbst den Pilgerweg begründet haben. Wissenschaftliche Nachweise darüber gibt es nicht. Wallfahrten dürften sich wohl erst ab dem 12. Jahrhundert entwickelt haben. Auf den 1.140 Kilometern im Uhrzeigersinn um die japanisch Insel Shikoku besuchen die Pilger (japanisch: Henor) „88 TEMPEL“. Diese wiederum sind unterteilt in vier Stufen der menschlichen Entwicklung: Erwachen, Askese, Erleuchtung und Nirwana. In einem in Stoff gebundenen Buch sammeln die Henro an jedem Tempel eine Kalligraphie und einen Stempel als Nachweis für ihre Pilgerschaft.

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Die Anreise zu Tempel 1 gestaltete sich sehr einfach. Vom Namba-Zentralbahnhof in der Metropole Osaka (Bild unten)

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fährt mehrmals täglich ein Linienbus nach Takamatsu City auf die Insel Shikoku. Dieser hält auf einer für Pilger eingerichteten Autobahnhaltestelle unweit von Tempel 1. Beim ersten Tempel befindet sich auch ein Informations-Center für die Pilger. Hier kaufen die Henro Hut, weißes Oberhemd, weiße Hose, Gebetskette, Glocke, Tasche, Stola, Stock, Pilgerbuch und Pilgerstreifen. Auch ein Reiseführer in englischer Sprache ist hier erhältlich. Ich begnügte mich mir dem Hut, dem weißen Oberhemd dem Pilgerbuch und dem Stock. Aus Respekt vor der mir fremden Religion wollte ich mich nicht zum „Kurzzeit-Buddhisten“ machen.

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Wie auf den Wegen nach Santiago, gibt es auch auf dem Shikoku-Weg viele freiwillige Helfer. Einer dieser „Pilgerberater“ nahm mich sofort mit in seine Haus und bot mir grünen Tee an. Dann besorgte er mir eine Unterkunft in einem Henro-House am Ort. Im Henro-House fand gleich ein reger Austausch zwischen dem „Herbergsvater“ und mir statt. Am späteren Nachmittag ging ich zurück zum Tempel Nummer 1 um meine Pilgerschaft offiziell zu starten. In kunstvoller Schrift wurde der erste Eintrag in mein Pilgerbuch gemacht. Wie der Zu-fall es wollte, war gerade ein Fernsehteam eines Lokalsenders vor Ort, die eine Reportage über die Shikoku-Pilger machten. Dem Reporter fiel sofort mein europäisches Aussehen auf. Ich erzählte von meinen vielen Fußkilometern in Europa auf Jakobswegen und durfte gleich eine TV-Interview geben.

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Nach der ersten Nacht sollte meine Pilgerschaft starten. Die 88 Tempel verteilen sich sehr unregelmäßig um die Insel. So waren am ersten Tag meiner Tour bereits 9 Tempel zu besichtigen. Die meisten Henro bewältigen den Weg heute mit dem Auto. Von den mehreren hunderttausend Pilgern pro Jahr sind wenige tausend zu Fuß unterwegs. Allerdings steigt der Zahl der Fußpilger und Fahrradpilger seit einigen Jahren kontinuierlich an. Die Wegemarkierungen sind vorbildlich. Erfahrungen hierfür holte man sich auch am Jakobsweg ins Spanien.

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Leider ist oftmals auf Teerstraßen zu gehen, die aber fast immer eine separate Spur für Fußgänger haben. Gefährlicher als der Straßenverkehr sind die giftigen Schlangen in den Wäldern. Wer darüber zu viel nachdenkt, sieht irgendwann in jedem Zweig eine Schlage. Aber gerade diese Wälder, mit dem vielen Bambus machen die Tour so einzigartig.

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In Japan wird man als Fremder mit unendlicher Herzlichkeit aufgenommen, jedoch wird es als sehr unhöflich empfunden, wenn man unangemeldet ankommt. Ich ließ mir immer vom Betreiber der Unterkunft das Zimmer für den nächsten Tag reservieren. Hierzu wurde oftmals lange wegen einer geeigneten Unterkunft telefoniert. Billige Sammelunterkünfte sind selten. In den Tempeln gibt es oft einfache Zimmer die gratis benutzt werden können. Jedoch Vorsicht: Kommt eine Pilgerin, haben die Männer das Zimmer zu verlassen und nächtigten dann im Freien!

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Am zweiten Tag durfte ich gleich meine erste harte Bergprüfung bestehen. Zweimal von Meereshöhe auf fast 800 Höhenmeter. Wunderbare Berge mit Tempeln auf ihren Gipfeln.

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Nach den Bergen folgt ein längerer Abschnitt entlang der Küste bis zum Kap Muroto. Wie nach Santiago fand sich gleich ein Grüppchen, das sich zu einer Pilgergemeinschaft zusammenschloss. Etwas Englisch spricht hier jeder Henro. Zusammen gingen wir dann entlang der Tosa-wan Bay zum Kap Ashizuri, dem südlichsten Ort der Pilgerschaft mit Tempel 38. Der Pilgerweg fährt jetzt wieder nach Norden. Bei Tempel 52 gibt es die Möglichkeit, die Jet-Fähre nach Hiroshima zu nehmen. Ausländer zahlen den halben Preis. In Hiroshima nächtigte ich im Santiago-Guest-House!

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Zurück auf der Shikoku-Insel geht es weiter nach Osten. Die Erinnerung an Hiroshima begleitete mich noch mehrere Tage. An den letzten Pilgertagen stößt man auf besonders viele Tempel (Nummer 66 – 88), aber auch auf besonders steile Wege. Tempe 88 (Bild unten rechts) ist wieder nahe Tempel 1 (Bild unten links).

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31 Tage Pilgerschaft: Schlafen, Gehen, Tempel-Besichtigung, Essen, Unterhaltung. Wir Jakobspilger kenne dieses einfache und doch so erfüllende Leben alle sehr gut. Es gab sehr harte und auch einfache Tage. Hinauf zu den Tempeln führen viele, viele steile Treppen. Wer bisher dachte, dass unsere Kreuzweg lang und steil sind, der wird sie nach Shikoku als sehr einfache empfinden. Ich traf auf viele nette Menschen mit denen ich über Facebook noch immer Kontakt habe. Lebensmittelgeschenke bekam ich fast jeden Tag. Europäische Pilger sind sehr selten, jedoch traf ich auch Schweizer, Holländer, Franzosen und Engländer.

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Besonders nett fand ich die Begegnung mit zwei buddhistischen Nonnen aus Südkorea. Sie erzählen mir unter anderem von ihren komplizierten Kontakten mit (Untergrund)-Tempeln in Nordkorea. Bereits am Hinflug musste ein beachtlicher Umweg wegen Nordkorea geflogen werden. Das Thema Nordkorea belastet die Menschen in der Region sehr. Immer wieder wurde auf unsere doch so geglückte Wiedervereinigung hingewiesen. Zum Schluss unseres längeren Gesprächs mit den Nonnen landeten wir natürlich bei unseren Religionen. Wir einigten uns darauf, dass Jesus und Buddha sehr große Persönlichkeiten waren. Wenn der Dialog zwischen den Religion nur immer so einfach wäre…..

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Von den 1.140 Kilometern musste ich rund 150 per Zug fahren. Mehr als fünf Wochen Urlaub wurden mir nicht zugestanden. Die sechste Woche fehlte mir einfach. Die vorgeschlagenen 45 Tage für die ganze Strecke wären notwendig, wenn man alle Rituale in den Tempeln mitmacht. Ich habe in Tempeln geschlafen, ich ging mit den Mönchen zum Essen und in den „Gottesdienst“. Sie erklärten mir sehr viel. Parallelen zu unserer Religion sind sicherlich viele vorhanden. Denkt man nur an die „goldene Regel“.

Das japanische Essen – mit täglich Fisch und Salat schon zum Frühstück – war für die sportliche Herausforderung gut geeignet. Jedoch täglich Reis waren mir irgendwann zu viel. Ich entdeckte Spaghetti-Gerichte im Supermarkt.

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Manche Pilger sagen, dass man das Erlebnis Santiago nur einmal erlebt, oder dass man nur beim ersten Mal wirklicher Santiago-Pilger ist. Ich kann dem irgendwie zustimmen. Aber hier auf Shikoku in Japan war es für mich wieder ein erstmaliges Erlebnis.

Mit meinen neuen japanischen Freunden bin ich noch in Kontakt. Es gäbe da noch den 33-Tempel-Weg, der auch zusammen erpilgert werden könnte….. Er soll aber noch etwas anstrengender sein…..

Die ganze Geschichte über meine Pilgerschaft auf Shikoku schreibe ich gerade als Buch. Es gibt viel zu erzählen!

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Der „bayrischen Henro“ Bürger in Japan…  

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Neuigkeiten von den Caminos (und von mir) – I/2017

30. März 2017 | Von in Jakobswege/Pilgerreisen

Ein offizieller Camino für Landshut!!!

Die Verlängerung des Münchner Jakobswegs von Freising nach Landshut wurde seitens Landratsamt und Politik sehr positiv begrüßt. Auch der Nachweis über Pilgerschaften von Landshut nach Santiago de Compostela kann erbracht werden.

 

Das Projekt ist in voller Arbeit – Der Zeitungsartikel wird Realität.

Zeitungsbricht anlässlich der Pilgermesse:

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Messe „Pilgern und Wandern“ war ein voller Erfolg

30. März 2017 | Von in Jakobswege/Pilgerreisen

Vor zwei Jahren veranstaltete ich in Landshut den „Ersten Landshuter Jakobspilgertag“. Hieraus wurde die Messe „Pilgern und Wandern“, als Messe in der Messe im Rahmen der Landshuter Umweltmesse.

Wohl alle 35.000 Besucher der Umweltmesse fanden auch den Weg zu den Ständen von „Pilgern und Wandern“. Ein enormes Interesse konnte der „Landshuter Höhenwanderweg“ verbuchen. Es wurden über 4.000 Karten ausgegeben. Auf meinem Stand war die Nachfrage nach dem Münchner Jakobsweg, dem Ostbayerischen Jakobsweg und dem Jakobsweg Böhmen-Bayern-Tirol besonders hoch.

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Natürlich durfte auch die Landshuter Traditionswallfahrt nach Altötting mit ihrem eigenen Stand nicht fehlen. Vielleich wird dadurch die Marke von 300 Pilgern im Mai wieder geknackt.

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Auch meine begleitete Pilgerreise mit Wandern.de von Sarria nach Santiago de Compostela wurde angeboten. Näher Infos unter: http://www.wandern.de/reise/z407/

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Viel Prominenz war am Freitag auf meinem Stand zu sehen….  u. a. Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz (Dritter von links)

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Ruth Amling, Wolfgang Schwenk (2. Vorstand und 1. Vorstand der Jakobsfreunde Passau) und Joachim Rühl (Präsident der Fränkischen St.-Jakobus-Gesellschaft) auf der Pilgermesse. (Personen von links nach rechts)

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Thair Abud (Zweiter von links) hielt einen Vortrag über seine Pilgerschaft von Santiago de Compostela nach Mekka. Wohl der längest Pilgerausweis der Geschichte Santiagos. Der Weg führte ihn über Qom im Iran, der Partnerstadt von Santiago de Compostela. Eine Pilgerschaft der absoluten Superlative…  Johann Graßer (Dritter von links) pilgerte von St. Wolfgang bei Erding nach Jerusalem.

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Der Zeitungsbericht der LZ vom 27.03.2017 nach der Messe:

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