Ein Reise in die Hohe Tatra, dem kleinsten Hochgebirge der Welt – Für Westdeutsche noch ein Geheimtipp, für Ostdeutsche schon immer ein Traumziel.

Um einen ersten Eindruck von der Schönheit der Landschaft zu bekommen, ging es hinauf zum Hochplateau am Fuße der Lumnitzer Spitze (Lomnický štít). Von hier führen viele Wanderwege durch die einzigartige Landschaft. Der Gipfel liegt auf 2.632 m und kann ohne Bergführer erklommen werden. Allein die Wandermöglichkeiten in den Bergen der Hohen Tatra füllen schon einen ganzen Urlaub.

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Bei mir gibt es keinen Urlaub, ohne dass ich auch eine Pilgerschaft zu tätigen. Und auch hierzu eignet sich die Hohe Tatra. Gleich zwei Jakobswege führen durch diese Traumgegend. Auf der Burg Zips (Spišský hrad), der größten Burganlage der Slowakei, startete ich meine kleine Tour.

Der Weg führt zuerst von der Burg hinab in den malerischen Ort Spišské Podhradie. Infotafeln und gelbe Pfeile begleiten die Pilgernden sicher auf dem Weg. Vorbei an der Synagoge des Ortes geht es zu den Kirchen im Zentrum.

 

Vom Ort Spišské Podhradie geht es dann bergan nach Spišská Kapitula, wo die spätromanische Kathedrale des Hl. Martin das alles überragende Gebäude des Ortes ist. Sie ist mit anderen Sehenswürdigkeiten in der Gegend, wie auch der Burg Spišský hrad, Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO. In der Touristen-Information kann man eine Kirchenführung auf slowakisch „kaufen“. Ausländische Besucher bekommen umfangreiches Informationsmaterial in Landessprache. 

Gleich hinter der Kathedrale führt der Weg zu einer kleinen Kapelle namens Sivá Broda. Kleine heiße Quellen umgeben die Kapelle. Ein wunderbarer, spiritueller Ort für eine Pause.

Tagesziel war nach rund 18 Kilometern die wunderbare Stadt Levoča. Sie hat rund 15.000 Einwohner und wurde wegen des gut erhaltenen Stadtzentrums 2009 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Sehenswert sind die evangelische Kirche, und natürlich die Jakobuskirche der Stadt.


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Ein zweiter Jakobsweg führt von Polen in die Slowakei. Das Rote Koster (Červený Kláštor), eine frühere Abtei ist die erste Anlaufstelle für Pilger, die aus Polen die Slowakei erreichen. Es liegt an der Mündung des Lipník in den Dunajec im Pieninengebirge. Das Wort „Rotes Kloster“ stammt von der Dachfarbe der Gebäude und steht nicht für eine kommunistische Lehranstalt.

Der Ort ist vor allem Ausgangpunkt für Floss-Fahrten – Eine touristische Attraktion in der ganzen Slowakei. Dieser Tag war für mich keine Pilgerschaft, sondern nur eine Besichtigung von wichtigen Orten des Jakobswegs, der aus dem Norden kommt.

Ein weiteres Highlight ist die die Stadt Kezmarok. Käsmark (deutscher Name) wurde im 13. Jahrhundert von den Zipser Sachen als deutschen Siedlung gegründet. Heute hat die Stadt rund 17.000 Einwohner. Das historische Zentrum lädt zum Bummeln ein.

Für Pilger ist die alte evangelische Holzkirche von Kežmarok wohl eine Pflichtbesichtigung. Sie ist der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Die Kirche ist nahezu komplett aus Holz gebaut. Sogar ihre Nägel wurden aus Holz hergestellt. Führungen können gebucht werden. Gleich daneben steht die neue evangelische Kirche.


Ich werde wieder kommen und mehr Zeit mitbringen.

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Hohe Tatra – Ein Traum zum Wandern und Pilgern!