2017 – 500 Jahre Reformation!

Der Lutherweg führt zu über 30 Orten in Thüringen, die einen Bezug zur Reformation haben. An den letzten warmen Tagen des Jahres 2016 wollte ich einen Teil dieses Weges pilgern. Der Osten Deutschlands ist für viele Menschen aus den alten Bundesländern noch Pilgerneuland. Dieses gilt es zu entdecken.

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Tag 1:

Mein Ausgangspunkt war die Stadt Gera in Thüringen mit der Salvatorkirche am Nikolaiberg. Durch den starken Wegzug zählt die Stadt heute unter 100.000 Einwohner. Alle historischen Gebäude sind seit der Wende vorbildlich restauriert.

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Von hier pilgerte ich bergab zum Rathaus. Zeit für ein Frühstück in einem österreichischen Lokal. Besonders sehenswert ist in Gera auch die Stadtapotheke. Hier würde es auch Blasenpflaster geben….  Weiter geht es vorbei an den Überresten von St. Johannis und über die Elster zum Mohrenplatz mit der Marienkirche.

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Jetzt geht es hoch hinaus über die Stadt. Vom Schloss Osterstein hat der Pilger einen schönen Blick über die Stadt Gera. Hinab zum Martinsgrund am Tierpark und Dahliengarten steigt man wieder hinauf zur Martinshöhe. Ich hatte mit weniger Aufstiege hier um Gera berechnet. Aber es sind noch Ausläufer des Thüringer Waldes.

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Im Ortsteil Zwötzen wird die Elster überquert. Und es erfolgt ein Aufstieg zum Funkturm. Im Rückblick nochmals Gera. Oben kann man hinter den Bäumen einen alten Friedhof und eine Kirche entdecken. Dann geht es wieder bergab zur Elster. Informationstafeln geben über besondere Sehenswürdigkeiten am Weg Auskunft. Ein kleines Café eignet sich gut für eine kleine Pause.

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Das erste Tagesziel „Wünschendorf“ mit seiner überdachten Holzbrücke war erreicht. Diese ist neben der Veits-Kirche wohl das Highlight des Ortes. Der Glockenturm der alten Kirche aus dem Jahr 1111 gilt als der älteste Thüringens. Vom Bahnhof fuhr ich mit dem Zug zurück nach Gera ins Hotel. Am nächsten Tag ging wieder per Zug nach Wünschendorf.

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Tag 2:

Von Wünschendorf pilgerte ich (vorbei am Märchenwald) ein paar Kilometer zum Kloster-Schloss Mildenfuth. Leider war eine spontane Besichtigung nicht möglich. Es wird aber fleißig an der Restaurierung gearbeitet.

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Sehr romantisch pilgert man weiter und belangt schließlich nach

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Weida. Sehenswert sind das Rathaus im Zentrum der Stadt und natürlich die Osterburg. Für eine Besichtigung hatte ich leider keine Zeit.

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Für den Pilger bietet die Stadtkirche St. Maria wohl den Höhepunkt des Stadt, auch wenn die Restaurationsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Hier sollte man sich aber eine Führung nehmen.  Einfach im Pfarrhaus nachfragen…

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Aber auch ein kleiner Aufstieg zur alten Kirchenruine mit dem Postkartenblick (sehr wörtlich nehmen) lohnt.

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Jetzt geht es durch Waldgebiet. Kleinere Ortschaften im typischen DDR-Stil liegen am Wege. Hier ist die Zeit stehengeblieben. Auch eine Art von Entschleunigung…

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Wieder viel Wald – aber kein Asphalt – führen die Pilger zu ihrem Ziel, der Stadt

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Auma. Das Zentrum erstrahlt in neuem Glanz. Die alte Postmeilensäule zeugt von der Bedeutung der Stadt als Nord-Süd-Verbindung schon in der Vergangenheit. Zum Mittag darf die Thüringer Bratwurst natürlich nicht fehlen. Eine Kirchenbesichtigung ist möglich. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten am Ortsrand.

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Tag 3:

Hinter der Kirche von Auma pilgert man weiter in Richtung Westen durch die waldreiche Landschaft. Auch kleine Dörfer (Foto Wüstenwetzdorf) sind heute fast vollständig restauriert. Nach Dörfern wie aus DDR-Zeiten muss man heute suchen.

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Nach Unterquerung der A9 geht es auf Schotterwegen durch schöne Wälder. Das Pilgerherz kann sich vorbildlich entspannen. Nach verlassen des Waldes sind schon die ersten Häuser von Neustadt an der Orla zu sehen. Die Stadt blickt auf eine 725jährige Stadt-Geschichte zurück.

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Zuerst wird der Ortsteil Moderwitz mit seiner Kirche erreicht und es geht weiter auf ruhigen Fußgängerwegen.

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Dann gelangt man zur Klosterkirche des im 30jährigen Krieg zerstörten Augustiner-Eremitenklosters. Jetzt folgen noch wenige Meter zum Zentrum.

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Besonders sehenswert ist die mittelalterliche Ladenstraße der Fleischer direkt beim Marktplatz, die „Fleischbänke“.

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Die schönen Straßenzüge und das Rathaus der Stadt waren das schöne, weltliche Ende dieser Tour.

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Aber das Pilgerziel bildete natürlich die Stadtkirche St. Johannis. Leider zurzeit in Restauration. Ebenfalls interessant ist das Lutherhaus, welches in Kürze wiedereröffnet wird.

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Die Stadt besitzt einen Bahnhof und genügend Übernachtungsmöglichkeiten.

Der Pilgersommer ist vorbei, der Pilgerherbst beginnt…

Der Lutherweg loht sich. Die Wege-Markierungen sind sehr gut. Diverse Informationen gibt es im Internet und in den Touristenbüros am Weg.