Der „Jakobsweg Tillyschanz – Bodensee“ ist einer der ältesten markierten Jakobswege in Deutschland. Quer vom Oberpfälzer Wald nach Konstanz am Bodensee. Von Bayern nach Baden-Württemberger.

Auf diesem Weg gingen wir zwei Etappen von Nördlingen über Neresheim nach Giengen an der Brenz. Rund 50 Kilometer, die wir an zwei Tagen gut bewältigen konnten. Wir waren 10 Pilger/innen!

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Nördlingen war mir schon als besonders schöne Stadt bekannt. Hier sollte der Ausgangspunkt für unsere Wanderung sein. Die ersten Meter führten über die begehbare Stadtmauer mit den wunderschönen Blicken auf die Innenstadt mit der Kirche St. Georg.

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An dieser Kirche steht man im Mittelpunkt der alten Stadt. Obwohl wir noch einen langen Tag vor uns hatten, nahmen wir uns die Zeit das Flair der Stadt zu genießen.

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Als Jakobspilger gingen wir nun in Richtung kath. St.-Salvator-Kirche, wo uns der Camino durch die Stadtmauer und den Stadtgraben aus der Stadt herausführte.

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Es war ein sehr heißer Sommertag und wir lernten den Schatten der Allee zu schätzen. Der Weg ging hinauf zur Marienhöhe mit ihrem Hexenfelsen. Wir waren nun direkt neben dem Freibad, doch auf die Abkühlung mussten wir leider verzichten!

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Es folgt ein kleiner Aufstieg zum Panoramaausblick. Das Nördlinger Ries ist auch bei Touristen (wir sind ja Pilger!) eine beliebte Gegend. Für uns war es an der Zeit für die erste Trinkpause mit Blick auf den Ipf (668 m).

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Die Felder standen kurz vor der Ernte und es war eine wahre Freude diese Sommertage zu „durchwandern“. Weiter ging es nach Hürnheim, wo wir das Ries verließen und die Schwäbische Alb hinunter wanderten.

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Wir kamen auf schattigen Waldwegen nach Christgarten. Ein Biergarten „lud“ uns zum Mittagessen ein. Die Stecke vor der Gastwirtschaft ist sehr beliebt bei Motorradfahrern. Dies konnten wir auch hören. Der Weg führt dann am ehemaligen Kloster Christgarten mit seiner Kirche vorbei. Hinter dem Ort folgt ein längeres Waldgebiet. Hier überschritten wir auch die Grenze zu Baden-Württemberg.

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Der Jakobsweg führ nun oftmals an Ortschaften (z. B. Kösingen) vorbei. Diese wurden bei der Markierung des Weges nicht angesteuert, da sie auch im Mittelalter wegen ihrer jüdischen Wurzeln vom Jakobspilgern nicht durchwandert wurden.

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Am Weg lag jetzt noch die Wallfahrtskirche Maria Buch. Hier machten wir die letzte Trinkpause bevor wir uns auf die letzten zwei Kilometer unseres Weges machten.  Im Kirchlein fand gerade eine Andacht statt.

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Glücklich und zufrieden hatten wir schließlich unser Tagesziel mit dem Kloster Neresheim erreicht. Die berühmte Abteikirche von Balthasar Neumann mit Deckengemälden von Martin Koller war der Abendimpuls auf unserer Tour. Im Kloster verbrachten wir auch die Nacht.

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Nach dem Frühstück ging es hinab nach Neresheim. Hier muss man sich an den oberen Wegweiser des Jakobswegs nach Giengen orientieren. Die Hinweistafel des unteren Wegweisers führt nach Tübingen.

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Durch die kleine Stadt mit ihrer Maria-Himmelfahrts-Kirche wanderten wir noch bei leichtem Sonnenschein…

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Kaum hatten wir die Stadt verlassen, setzte auch schon starker Regen ein. Bekanntlich gibt es nur schlechte Kleidung und kein schlechtes Wetter für uns Pilger.

Man beachte jedoch die Gelbe-Sack-Regenjacke der Pilgerin links!

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Der Regen hörte auf und wir wanderten nach Auernheim mit seiner St.-Georg-Kirche. Hier führt der Weg steil bergan auf der Auertalstraße. Oben angekommen hat man nochmal den Panoramablick auf das Kloster Neresheim.

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Weiter ging es nach Fleinheim und anschließend durch ein langes Waldgebiet. Hier wurden in den letzten Jahren viele Windräder gebaut.

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Jetzt pilgerten wir nach Staufen. Der Ort liegt wieder in Bayern. Hier war es Zeit für die Mittagspause im Biergarten. Vor dem Ort liegt die kleine Kapelle Maria Schnee, von der uns ein Kreuzweg hinab in den Ort führte. Einige Pilger kühlten sich ihre Füße in einem Kneipbecken. Dies soll sehr anregend sein.

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Nach dem letzten großen Aufstieg hatten wir den ersten Blick auf unser Ziel: Giengen an der Brenz. Wir sind wieder in Baden-Württemberg. Die letzten Meter des Abstiegs werden wegen der fehlenden Bäume auch Hölle genannt. Nach der Ortstafel führte uns jedoch eine schattige Allee bis ins Zentrum.

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Bekannt ist die Stadt für die Plüschtiere mit dem Knopf im Ohr. Für ins Pilger war natürlich die Stadtkirche mit ihren beiden ungleichen Türmen das Ziel. Wir hatten Glück, dann es fanden Proben für ein Konzert statt und dadurch war die Kirchen nicht verschlossen.

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Nach einem gemeinsamen Cafébesuch traten wir unser Rückreise an. – Natürlich waren wir alle glücklich und zufrieden mit uns und der Welt!

Eine Pilgerwanderung zwischen Bayern und Baden-Württemberg, die eher noch ein Geheimtipp ist. Ein Wochenende eignet sich optimal um sich auf diese Tour einzulassen. Immer ein leichtes Auf und Ab, kurzweilig und reich an Sehenswürdigkeiten.