Als gebürtiger Landshuter pilgerte ich den letzen Jahren viele Kilometer, insbesondere auf Jakobswegen durch Europa. Die beiden Bücher über den „neuen“ Wolfgang(s)weg waren Auslöser, einmal eine längere Tour direkt von meiner Heimat nach St. Wolfgang am Wolfgangsee in Österreich zu unternehmen. Eine Pilgerreise auf den Spuren des

HL. WOLFGANG.

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Der Ausgangpunkt meiner Pilgerschaft war der gotische Dom St. Peter in Regensburg. Durch das historische Zentrum geht es zur Basilika St. Emmeram, wo sich die Grabstätte des Heiligen Wolfgang befindet. Für die vielen Sehenswürdigkeiten der alten Stadt sollte man etwas Zeit einplanen.

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Die Stadt verlässt man in Richtung Süden. Es ging merklich aufwärts bis die Autobahn überquert ist und die Großstadt hinter mir war. Über Oberhinkofen, Gebelkofen erreichte ich mein erstes Etappenziel Thalmassing.  Ich ging noch weiter bis zur Wolfgangseiche beim Schloss Neuegolfsheim.

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Am nächsten Tag führte mich der Weg Richtung Pfakofen. Hier ist die Große Laber zu überqueren. Der Weg führt weiter über Inkofen und Upfkofen. Steine mit Aufschriften kurz vor dem Kloster Mallersdorf liefern dem Pilger ganz besondere spirituelle Impulse. Hier am Kloster kreuzt der Wolfgangweg die Via Nova. Hierzu habe ich auch einen Reisebericht auf dem Blog!

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Hinter Mallersdorf ist nun die kleine Laber zu überqueren. Mit Greilsberg ist bereits ein Ortsteil von Bayerbach bei Ergoldsbach erreicht. Als Wolfgangpilger musste ich mir natürlich die Wolfgangkirche in Gerabach ansehen. In Ergoldsbach wurde mein Elternhaus zur Pilgerherberge.

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Man denkt, dass man seine Heimat gut kennt. Doch gerade durch die Reisegeschwindigkeit von rund 5 Kilometer in der Stunde, entdeckt man immer wieder Neues vor seiner Haustüre. Der Weg von Bayerbach bei Ergoldsbach führt über St. Wolfgang bei Essenbach nach Landshut, meiner Geburtsstadt.

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Schritt für Schritt nähert sich der Wallfahrer der Herzogstadt und St. Martin grüßt schon aus der Ferne. Die Stadt wird wohl ein Höhepunkt für die Wolfgangpilger werden. Ich hoffe, sie kommen in großer Zahl!

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In Landshut ist natürlich die gotische Martinskirche mit dem höchsten Backsteinturm der Welt (130,6 m) ein Muss für jeden Pilger. Die Stadt bietet mit der Burg Trausnitz, ihren beiden mittelalterlichen Straßenzügen und der Residenz mehr als genug Besichtigungsmöglichkeiten.

Landshut verlässt man über den Hofberg. Hier hat man den schönsten Ausblick über die Stadt. Jetzt führt die Pilgerschaft über Geisenhausen nach Vilsbiburg mit der Wallfahrtskirche Maria Hilf. Vilsbiburg ist zurzeit mein Wohnsitz. Hierdurch konnte ich mein eigenes Haus als Pilgerherberge nutzen.

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Nun geht es über Aich, Harpolden, Teising (Kirche Maria Einsiedel) nach Neumarkt-St.Veit.  Auf dem neu errichteten Pilgerpfad entstanden bereits die ersten „Rastplätze“! Es ist immer wieder erstaunlich, wie gut in der freien Natur so eine kleine Brotzeit schmeckt. Dieser Streckenabschnitt hat besonders schöne Wiesen- und Waldwege.

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Weiter über Niedertaufkirchen, Pleiskirchen, Engfurt, Winhöring und Neuötting pilgert man nach Altötting, den berühmten Wallfahrtsort der Bayern. Natürlich nahm ich mir Zeit, die Klause von Engfurt zu besichtigen. Ein Geheimtipp ist auch die Stadtpfarrkirche von Neuötting, auch Dom des Inntals genannt. Altötting, dass ich bereites aus meiner Kinderzeit gut kannte, war dieses Mal nur ein Zwischenstopp auf meiner langen Fußpilgerschaft.

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Der Weg von Altötting nach Burghausen ist nicht weit. Es geht über schattige Wege durch den Öttinger Forst, ein großes Forstgebiet. Ich durchwanderte Unter- und Oberemmerting und schließlich Mehring.  Bereits am frühen Nachmittag war ich in der malerischen Stadt mit der längsten Burganlage Deutschlands,  BURGhausen! Hier beendete ich diesen kurzen Pilgertag.

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Am nächsten Tag ging es über den Inn nach Österreich. Der Ort jenseits der Bücke heißt Ach. Es geht steil bergauf und man hat nochmals einen sehr schönen Blick auf Burghausen. Der Wolfgangweg führte mich über Hochburg nach Gilgenberg am Weilhart. Spätestens in Gilgenberg hat der Pilger einen schönen Blick auf die Alpen. Auf hügeligen Pfaden ging es über Sankt Georgen am Fillmannsbach und Pischelsdorf am Engelbach zum Tagesziel nach Mattighofen. Der einzige Ort an dem es mit Unterkünften für Pilger knapp werden kann. „Ich hatte wie, schon so oft in meiner Pilgerkarriere, wieder Glück bei der Zimmersuche.“

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Nach der ersten Nacht in Österreich folgte eine besondere Stecke. Ab Munderfing sind der Wolfgangweg, der Jakobsweg und die Via Nova bis Lengau identisch. Tagesziel war Staßwalchen. In Lengau ging ich in ein kleines Geschäft um mir Proviant zu kaufen. Als ich der Geschäftsinhaberin mitteilte, dass ich aus Regensburg komme, war sie sehr überrascht. Bisher hatte sie wohl noch keine Wolfgangpilger in ihrem G’schäft’l.

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Bisher traf auch ich noch keine Wolfgangpilger. Dies änderte sich im Hotel in Straßwalchen. Ein Österreicher ging den Weg in Richtung Regensburg.

Von Straßwalchen ging es über Oberhofen am Irrsee nach Mondsee mit seiner berühmten Basilika. Spätestens jetzt ist man Pilger unter vielen Touristen. Landschaftlich ist es jedoch der schönste Teil der Strecke. Leider zog Regen auf…

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Im Gegensatz zum Rom- oder Santiago-Pilger, ist auf dem Wolfgangweg der letzte Streckenabschnitt die Krönung der Pilgerschaft. Man verlässt Mondsee, erreicht Sankt Lorenz, wandert am See entlang bis Scharfing und hat dann einen Pass nach Aich zu überqueren. Kurz darauf hat der Pilger den ersten Blick auf den Wolfgangsee. Jetzt führt ein Kreuzweg steil bergauf zur Falkensteinkirche, in welcher der heilige Wolfgang einst als Einsiedler wohnte. Nach einigen weiteren Metern, hatte ich den ersten Blick auf mein Pilgerziel, die Wolfgangkirche in St. Wolfgang. Es geht steil bergab und am See entlang zur Kirche mit ihren kulturellen Höhepunkten. Der gotische Flügelalter vom Michael Pacher oder der Gnadenaltar im der Raummitte um nur einige zu nennen.
Hier in St. Wolfgang sollte man einen Tag verweilen, wenn man die ganze 11tägige Tour mit ca. 300 Kilometern gegangen ist.

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Pilgern kann man also nicht nur im fernen Südeuropa. Auch vor der Haustüre gibt es viele Möglichkeiten. Dieser Weg führt entlang der Wirkungsstätten des Heiligen.
Jetzt ist zu hoffen, dass sich viele Pilger AUF DEN WolfgangWEG MACHEN.