Liebe Wanderfreunde,

ein Paar steht auf dem Kilimandscharo und erlebt die grandiose Aussicht im Sonnenaufgang. „Stell Dir vor, wir würden einfach immer weiterwandern!“ schlägt die Frau vor. Und auf die Ausflüchte ihres Mannes, dafür sei die ‚richtige Zeit‘ noch nicht gekommen, fragt sie: „Aber wann ist sie das?“
Der Mann ist der Finanz-Vorstand von Google. Nach diesem Gespräch auf Afrikas höchstem Berg kündigte Patrick Pichette den Job, den manche als „besten Job der Welt“ beschreiben. Nicht, weil er ihn müde war, sondern weil er feststellte, dass die Erde so viel zu bieten hat. Weil er mit seiner Familie noch so viel sehen – es sich erwandern – will. Und er keinen echten Grund sah, länger damit zu warten.
Manfred Sallatzkat hat als ehemaliger Bergbauingenieur nicht viel mit Patrick Pichette gemeinsam, außer der Leidenschaft, die Welt (und sich selbst) beim Wandern hautnah zu erleben. Er fühle sich dabei „befreit und werde weniger von anderen gelebt“, sagt er. Sallatzkat wanderte einmal quer durch Deutschland und schrieb in erfrischendem Ton darüber ein Buch: „Hauptsache Wandern“. Für diesen Newsletter verriet er uns einige seiner Erlebnisse.
Wann ist nun also die richtige Zeit dafür, seiner Lust zu folgen, und zu wandern? Wir meinen: jederzeit! Denn man muss ja gar nicht komplett aussteigen: Auch ein Urlaub reicht aus – Hauptsache, man wandert!

Mit freundlichen Grüßen
Horst Görtz und das ganze der Team von wandern.de

Aufgepasst:

Einige Exemplare des Buches von Herrn Sallatzkat können Sie gewinnen! (Näheres am Ende dieses Textes)

 

 

Herr Sallatzkat, Sie haben gemeinsam mit Ihrem Bruder Deutschland durchwandert und darüber mit „Hauptsache Wandern“ (Edition Paashaas Verlag 2014, ISBN 978-3-942614-81-8) ein sehr kurzweiliges Buch geschrieben. Erzählen Sie uns ein bisschen über Ihre Wanderung und Ihr Buch:

 

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Sie schreiben, der Anstoß zu Ihrer Deutschland-Wanderung kam durch die Lektüre des Buches von Kurt Peipe „Dem Leben auf den Fersen!“. Tatsächlich aber wandern Sie ja schon Ihr halbes Leben lang: Was bedeutet das Wandern eigentlich für Sie?

Fußball, Tennis, Radtouristikfahrten und anspruchsvolle Urlaubs-Tagestouren in den Alpenländern… Ich hatte das Glück und die Möglichkeiten, mich darin austoben zu können. Im Gegensatz dazu das solide Wandern in den bewaldeten Mittelgebirgsregionen von Deutschland: Was soll ich sagen, letztlich wurde das Wandern zu meiner Leidenschaft. Und es ist in der Tat noch immer so. Wenn ich tagelang über Felder, meistens durch Wälder, bergauf und bergab unterwegs bin, Schritt für Schritt, Stunde um Stunde – und wenn ich dann wieder zu Hause bin, dann kommt mir ein gewisses Sehnen über, ein „Zurück zur Natur!“ Die anregenden Landschaftsbühnenbilder geistern mir immer wieder im Kopf herum und ich möchte am liebsten gleich wieder loslaufen. Bewegung mit Muße in der Natur ist das Rezept und mein Verlangen. Ich fühle mich dann befreit und werde weniger von anderen gelebt. „Wanderlust vertreibt Alltagsfrust“! Ich kann ohne quälend tiefes Denken die schönen kleinen Wunder am Wegesrand entdecken, betrachten und mich daran erfreuen. Das Wandern ist mir Arznei für Körper und Seele. Und nicht zuletzt: Das Wandern war mir Auslöser und Ansporn für meine Hobbyschreiberei. Wie sonst hätte ich das Buch schreiben können „Hauptsache Wandern“!

Ihre Deutschland-Wanderung war ursprünglich als Alleingang geplant, schließlich wanderten Sie aber mit Ihrem Bruder Gisbert. Dabei waren Sie ja ein eher ungleiches Paar, wie Sie schreiben – er, großgewachsen, stark und spontan, Sie eher vom Typus „Denker, Tüftler und Planer“. Ging das denn gut?

Eine Wanderung zu zweit kann ja nur mit beidseitiger Toleranz- und Kompromissbereitschaft gelingen. Was ich aber nicht weniger an Bedeutung zumesse ist, dass der eine über die Marotten des anderen hinwegsehen konnte. Wobei ich bemerken muss, dass da an Gisbert größere Anforderungen gestellt wurden. So konnten wir froh und in Freundschaft unsere Ziele erreichen und auch der Humor kam nicht zu kurz. Gegen mancherlei Schwierigkeiten half auch Galgenhumor. Da waren wir uns immer einig. Sicher auch ein Aspekt für ein gutes Wandern zu zweit.

Ursprünglich hatten Sie Tagesetappen von rund 30 km geplant. Wie sahen die Etappen in der Realität dann aus – Ihre Unterkünfte hatten Sie ja nicht vorgebucht?

Ja, in der Tat. Wenn wir manchmal den ganzen Tag, etwa noch durch schwieriges Gelände, zugebracht hatten, kam es im abendlichen finalen Trott, ich gebe es trotz aller Abenteuerlust gerne zu, zum heiligen Wunsch nach einem königlichen Bad, einem kühlen Bier und nach einem kuscheligen Bett. Und es passierte nicht nur einmal, dass wir den letzten Kilometer quasi im Laufschritt vollzogen, nur um noch vor Eintritt der völligen Dunkelheit aus dem Wald zu kommen. Was waren wir manchmal froh, endlich unseren Zielort erreicht zu haben. Dann gab es nur eines: Die erstbeste Möglichkeit einer Unterbringung für die Nacht klarzumachen. Und das ging ans Geld, da wurde nicht lange überlegt. Besser ist natürlich, sich vorher um die Übernachtungen zu kümmern. Das haben gelernt.

Verraten Sie uns ein paar Erlebnisse, die sich Ihnen besonders eingebrannt haben? Sie erlebten unterwegs ja so einige Abenteuer…Was ist Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Auch wer eine Wanderung macht, der kann was erleben und darüber schreiben: Da gab es die Bekanntschaft mit sieben Wanderinnen, die uns in einem Naturfreundehaus (mit Selbstversorgung) verwöhnten und uns zu einem sehr fröhlichen Abend verhalfen. Es gab die Begegnung mit einem Menschen der Extraklasse: Er nahm uns in seinem Haus unglaublich zuvorkommend auf. Er erwies sich als Prophet und sagte uns wunderbare Dinge voraus. Zum Schießen der Kerl. Wir alberten und lachten mit ihm um die Wette. Dann gab es die Begegnung mit einem protzigen, aggressiven Halbstarken – Gisbert zeigte ihm, wie schnell und stark man sein kann. Es gab den rettenden Engel, eine junge hübsche Frau, die uns weiterhelfen konnte, obwohl es eigentlich nicht mehr weiter ging. Und es gab die Flucht mitten im Wald vor einer scheinbaren Räuberbande. Sie hatten sicher nicht die Suche nach Pilze oder Beeren im Sinn…

Ihr Buch endet mit Ihrem Leitspruch: „Nach der Wanderung ist vor der Wanderung, solange es noch geht…“ Da drängt sich natürlich die Frage auf: Wohin wird es als Nächstes gehen? Und wird Gisbert wieder mit dabei sein?

Nach der Wanderung ist vor der Wanderung – na klar! Die nächste Wanderung ist zumindest angedacht. So Gott will, geht es dann von Kornelimünster in der Eifel bei Aachen nach Goppart am Rhein. Also: Über den Eifelsteig nach Trier und weiter über den Saar-Hunsrück-Steig nach Idar Oberstein und weiterführend bis nach Goppart am Rhein. Und selbstverständlich ist Gisbert wieder dabei. Ohne ihn würde ich die Tour nicht machen wollen. Wir freuen uns auf die anstehende Wanderung und auf uns.

 

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Vielen Dank für das Interview!
Gewinnspiel-Aktion:

Gewinnen Sie ein Exemplar von „Hauptsache Wandern“ aus dem Edition Paashaas Verlag: Schreiben Sie einfach eine E-Mail mit dem Betreff: „Buch Herr Sallatzkat“ an info@wandern.de. Einsendeschluss ist der 15.05.2015, die Gewinner werden ausgelost, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!