Wanderblog für Mehrtagestouren in Europa

von Romy

Landstriche oder Inseln zu Fuß von Ort zu Ort zu erkunden, hat einen ganz besonderen Reiz. Man ist in Bewegung, tut etwas für sich und seinen Körper und lernt das fremde Land auf eine intensive Art kennen. Die Blumen am Wegesrand, den Greifvogel in der Luft oder kleine, versteckte Örtchen – all dies würde einem entgehen, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Dabei kommt man beim Wandern oft schneller voran, als man anfangs meint.

Dieses Etappenwandern ist heute eine richtige Leidenschaft für mich geworden. Da ich ein Faible für Planung und Organisation habe, stelle ich mir meine Mehrtagestouren oft selbst zusammen – logischerweise verbunden mit dem ein oder anderen Fallstrick, wenn ich meine Planung in die Tat umsetze. Ein Weg, der plötzlich im Dornengestrüpp endet, ein Abstieg, der sich als Klettertour entpuppt oder eine Querung durch den Wald, die mit hüfttiefen Wasserlöchern übersäht ist. Doch eigentlich mag ich diese kleinen Abenteuer, die einiges an Improvisationstalent erfordern. Über meine Wanderungen und die kleinen Abenteuer habe ich angefangen, einen Wanderblog zu schreiben.

Wie ich zum Wandern kam

Doch von Anfang an: vor knapp zehn Jahren, mit Ende Zwanzig, fand ich Wandern noch ziemlich blöd. Da gab es eine Bank, die mit dem Slogan „Nach Mallorca? – also wir sind ja immer in den Harz gefahren!“ Werbung machte und wahrscheinlich bei mir Aversionen gegen das Wandern weckte, auch wenn ich nun wahrlich kein Mallorca-Fan war. Und ausgerechnet in diesem Jahr fahre ich zum Wandern in den Harz und auf den Fernwanderweg GR 221 nach Mallorca – wie das Leben eben manchmal so spielt.

 

 

 

Schuld an dieser Wanderleidenschaft ist übrigens ein kleiner Bergsee in den österreichischen Alpen. Ziemlich spontan, ich war in der Nähe beruflich unterwegs, meinte ich, ich könnte ja mal Wandern gehen. Also kaufte ich einen Tageswanderrucksack und eine Wanderkarte und legte los. Mit Sneakers und Jeans startete ich völlig unbedarft meine erste Bergtour. Knapp 200 Höhenmeter später, nach Luft schnappend und völlig fertig, verfluchte ich meine Wanderung als Schnapsidee und schwor mir mehr als einmal, so etwas Dummes nie wieder zu tun. Durch die Sohle meiner Sneakers drückte jeder Stein, meine Knie zitterten und meine Lunge pfiff auf dem letzten Loch. Ich weiß nicht mehr wie ich es die 800 Höhenmeter auf den Berg schaffte, aber der Anblick, als die Berge sich im glasklaren Bergsee spiegelten, war so umwerfend, dass mich ab diesem Moment das Wandern gepackt hatte.

Touren in Europa

Seither habe ich viele Touren in den Alpen gemacht. In Südtirol, im Chiemgau und im Nationalpark Hohe Tauern in Österreich. Zudem sind einige Etappen-Wanderungen in Kroatien, auf La Gomera und Gran Canaria hinzugekommen. Dabei ging es immer von Ort zu Ort, nur mit Rucksack bewaffnet. Bisher waren nur teilweise die typischen Fernwanderwege dabei. Meist wandere ich auf selbstgeplanten Strecken und zumindest auf einer Etappe auch in ursprüngliche Gebiete der Gegenden, wo der Tourismus noch nicht sonderlich Einzug erhalten hat. Las Hayas auf La Gomera oder Juncalillo auf Gran Canaria gehören dazu. Aber natürlich wandere ich auch durch die tollen Bergwelten, die jeder Wanderer auf den Inseln gesehen haben muss. Auf La Gomera zum Beispiel habe ich die beiden Fernwanderwege GR 131 und GR 132 kombiniert, auf Gran Canaria gehörte die Bergwelt um San Bartolomé und Tejeda zum Pflichtprogramm.

 

 

 

 

Mein Blog soll Gleichgesinnte bei der Wahl des Wanderziels inspirieren und Planungshilfe sein. Deshalb gibt es auch viele Bilder und GPS-Tracks. Deren Nutzung setzt aber voraus, dass man sich über das eigene Leistungsvermögen, seine Trittsicherheit und Kondition im Klaren ist. Nicht jeder Weg ist etwas für ungeübte Anfänger.

 

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