Bevor ich Fußpilger wurde, hatte ich schon eine Leidenschaft für die spirituellen Orte der Welt. Mit diesem Beitrag möchte ich Bilder von meinen Reisen nach Namibia, Argentinien/Chile und Neuseeland ins Netz stellen. Diese Länder bezeichnen sich gerne als das Ende der Welt!

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Namibia:

Die meisten Besucher Namibias starten ihre Rundreise in Windhuk, der Hauptstadt. Natürlich besuchte ich auch die evangelisch-lutherische Christuskirche, das Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde zwischen 1907–1910 erbaut. Die Farbverglasungen im Altarraum wurden von Kaiser Wilhelm II gestiftet.

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Die Reise führte mich auch nach Swakopmund. Das Hohenzollerhaus und das Woermannhaus sind wohl die bekanntesten Fotomotive der Stadt. Die deutsche Vergangenheit ist überall in der Stadt zu spüren.

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Die gelben Dünen liegen unweit der Stadt. Hier sind anstrengende Wanderungen oder auch Skiabfahrten möglich. Sicherlich ein besonderes Freizeitvergnügen.

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Ein Ausflug in die Namib war natürlich Pflichtprogramm. Hier kann man die Stille hören! Es war meine erste richtige Wüstenerfahrung. Ein bleibendes, spirituelles Erlebnis.

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Kreuzkap, die Landspitze im Südatlantik. Mit dem steinernen Kreuz wurde die Inbesitznahme durch die portugiesische Krone dokumentiert. Hier fiel öfter der Spruch „A… der Welt“ – nicht „Ende der Welt!“

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Absolutes Highlight für jeden Namibiaurlauber sind wohl die roten Dünen von Sossusvlei. Sie gehören zum Namib-Naukluft-Park und liegen ca. 300 km südwestlich der Hauptstadt Windhuk. Für den Aufstieg empfiehlt sich der frühen Morgen. Die Sonne verwandelt die ganze Landschaft in bizarres rotes Licht. Auch wenn der Aufstieg sehr mühsam ist, der Blick entschädigt für alles.

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Die deutsche Vergangenheit lässt sich nicht verstecken. Schon die Ortsnamen lassen uns an Zuhause denken. Deutsch-Südwest-Afrika hat hier viele (oftmals leider negative) Spuren hinterlassen.

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Lüderitz, eine deutsche Stadt in Afrika. Nach einer längeren Anfahrt erreicht man den überschaubaren Ort. Man fühlt sich 100 Jahre zurückversetzt. In den Lokalen werden deutsche Schlager gespielt und die Speisekarten bieten z. B. „Straußschnitzel mit Spätzle“!

Die Felsenkirche ist die Kirche der Lüderitzbucht-Helmeringhausener Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia (DELK). Sie ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Bezeichnung „Felsenkirche“ stammt von ihrer Lage auf dem felsigen Diamantberg. (Wikipedia, gekürzt)

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Kolmanskop/Kolmanskuppe ist die Geisterstadt neben Lüderitz. Die Stadt erlebte nur eine kurze Blüte Anfang des 20. Jahrhunderts. Bereits um 1930 wurde sie wieder aufgegeben, da die Diamantenvorkommen erschöpft waren.

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Nun holt sich die Wüster die ehemaligen schicken Häuser zurück!

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Eine kleine Wanderung im Fischfluss-Canyon/Fish River Canyon gehörte natürlich auch zu meinem Aufenthalt in Namibia. Er ist der größte Canyon Afrikas und der zweitgrößter Canyon der Erde. Temperaturen von 50 Grad sind hier keine Seltenheit. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Wanderer genug Wasser mitnehmen.

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Dies waren nur ein paar Bilder meiner Reise nach Namibia.

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Argentinien/Chile:

Diese Reise sollte mich an das Ende von Amerika führen. Die USA und Kanada waren mir inzwischen bekannt und daher sollte es in den Süden des Kontinents gehen. Zwei Länder, Argentinien und Chile, standen auf meinem Programm.

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In Buenos Aires gab es einen kleinen Zwischenstopp. Genug Zeit um die Stadt ein wenig zu erkunden. Der Friedhof La Recoleta (Cementerio de la Recoleta) im gleichnamigen Stadtteil war eines unserer Ziele. Hier ist u. a. Eva Perón beerdigt. Selbstverständlich sollte man auch die Kirche besichtigen.

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Jetzt ging es weiter nach Ushuaia, dem Ende der Welt. Feuerland (Tierra del Fuego) nennt sich die Inselgruppe an der Südspitze Südamerikas, die vom Festland durch die Magellanstraße getrennt ist.

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Bei einer Hafenrundfahrt hatten wir einen schönen Blick auf die Stadt. Sie ist auch Ausgangpunkt der viele Antarktiskreuzfahrten, die inzwischen immer beliebter werden. Ich habe für mich beschlossen, diesen Kontinent bewusst nicht zu betreten. Es muss auch Orte ohne Tourismus geben!

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Auf der Fahrt durch das etwas trostlose Feuerland fielen mir immer die kleinen Kapellen am Wegesrand auf.

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Punta Arenas, die erste Stadt am chilenischen Festland hat rund 120.000 Einwohner.

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Der Nationalpark Torres del Paine ist wohl ein Highlight für Besucher von Chile. Die Berggruppe heißt in der Indianersprache „Türme des blauen Himmels“. Hier blieben wir vier Nächte. Der Nationalpark bietet sehr viele Wandermöglichkeiten.

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Patagonien, wie man es sich so erträumt. Dieses Reiseziel hatte ich schon viele Jahre auf meiner Wunschliste. Vor knapp 9 Jahren war es endlich so weit.

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Ein weiterer Höhepunkt ist der Nationalpark Los Glaciares (Parque Nacional Los Glaciares). Mit einem Boot kann man zum Upsala-Gletscher fahren.  Auf der stürmischen Fahrt beeindruckten mich ganz besonders die blauen Eisberge.

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Die Reise führte uns weiter nach Castro auf Chiloé. Der Blick auf die Stelzenhäuser wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Viele dieser Stelzenhäuser fielen dem Erdbeben von 1960 zum Opfer.

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An der Plaza de Armas (Waffenplatz), dem Mittelpunkt Castros, erhebt sich die Holzkirche San Francisco. Der Holzbau in Neugotik vom italienischen Architekten Eduardo Provasoli wurde nach dem Brand 1910 – 1912 errichtet. Etwas Vergleichbares hatte ich bisher noch nicht gesehen. Beim Betreten des Gotteshauses bemerkt man gleich den Duft von Holz.

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Auch in Puerto Varas fällt einem gleich die Holzkirche ins Auge. Puerto Varas liegt am Südufer des Llanquihue-Sees und hat ca. 30.000 Einwohner. Viele davon sind deutschstämmig.

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Die Laja-Fälle (Salto del Laja) bilden sich am Ende des Río de la Laja. Sie bestehen aus vier Wasserfällen. Noch einmal eine kleine Wanderung in der Natur, denn die Hauptstadt Santiago de Chile rückt immer näher.

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Chillán liegt in einem breiten Tal, etwa auf halber Strecke zwischen Santiago und Osorno. Die Kathedrale wurde nach dem Erdbeben im Jahr 1939 erbaut.

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Zum Abschluss der Reise blieben wir noch ein paar Tage in der Hauptstadt Santiago de Chile. Natürlich besichtigten wir die Kathedrale und den Cerro Santa Lucía, den kleinen Hügel über der Stadt mit dem herrlichen Ausblick.

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Unser Hotel hatten wir neben der Iglesia San Francisco (1586). Diese Kirche überstand bisher alle Erdbeben der Stadt.

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Dies sollten natürlich nur ein paar Eindrücke dieser Reise sein.

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Neuseeland:

Neuseeland, das fernste Land der Welt, bereiste ich als Rucksacktourist. Natürlich startete ich in Auckland und ging gleich zum Sky-Tower. Hinauf geht es immer mit dem Aufzug. Hinab kann man auch springen (natürlich gesichert).

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St Matthew’s, oder St Matthew-in-the-City ist die neugotische, anglikanische Kirche im Zentrum von Auckland. Sie wurde 1905 fertiggestellt. Ein kleiner Dank für geglückte Anreise konnte hier nicht schaden.

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Neuseeland besucht man nicht unbedingt wegen der großen Städte. Ich fuhr weiter zum Karangahake Scenic Reserve, wo früher Gold im großen Stil abgebaut wurde. Heute erinnern noch die Tunnel in den Bergen mit den Eisenbahnschienen an diese Vergangenheit. Meine erste Wanderung in Neuseeland.

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Ich fuhr weiter nach Rotorua, einem Kurort. Der permanente Schwefelwasserstoffgeruch ist wohl das Markenzeichen dieser Stadt. Dieser sollte den Besucher aber nicht von seinen Wanderungen abhalten.

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Die nächsten Tage verbrachte ich in einer Adventure Lodge in Taihape. Hier konnte man viele Wanderungen durch die atemberaubende, menschenleere Gegend machen. Das Grün faszinierte mich sehr.

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Weiter ging es nach Wellington. Ich unternahm einen langen Spaziergang entlang der Küste. Vorbei ging es u. a. an den alten viktorianischen Häusern. Oben am Berg stand eine kleine Kirche.

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Ich ging hinauf und es war sogar eine katholische Kirche. Ein Erlebnis, das mein ganzes Reiseleben veränderte. Es kam zu einer langen Unterhaltung mit einem Mitarbeiter der Kirche. Zum Schluss gab er mir einen Rat: „Es macht keinen Sinn, die Welt im Eiltempo zu bereisen. Nimm Dir künftig mehr Zeit! Ich glaube, dass dieses Tempo für dich nicht der richtige Weg ist!“ Erst auf dem Rückflug hatte ich Zeit über die Sätze nachzudenken.

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Natürlich besuchte ich auch die alte St. Pauls Kirche. Eine ältere Frau hatte Kirchenführerheftchen in DEUTSCH. Man merkte, dass sie sich freute, wenn heute noch ein paar Touristen den Weg in die Kirche finden.

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Jetzt ging es zur Südinsel. Die Bilder von Christchurch möchte ich bewusst nicht ins Netz stellen, denn sie entstanden vor dem großen Erdbeben. Hierbei würde der schönste Sakralbau Neuseelands zerstört.

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Eine Reise die mein Reisen veränderte. Natürlich auch hier nur ein paar Bilder!

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Wo ist nun das Ende der Welt? In Feuerland? Am Kreuzkap in Namibia oder in Neuseeland?

Oder ist es doch das Kap Finisterre in Galicien/Spanien?

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Überall ist wohl der Anfang und das Ende der Welt…

Kein OBEN und kein UNT‘, dann ist die Welt erst rund! (Georg Danzer)

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(Anmerkungen: Einige Bilder entstanden vor 2007. Bis dahin fotografierte ich noch mit einer Analogkamera. Die Bilder wurden nur mit einem einfachen Gerät digitalisiert.)