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Von Rothenburg ob der Tauber zum Kloster Schöntal

Tag 1 und 2

Wohl keine andere Stadt in Deutschland ist typischer deutsch als Rothenburg ob der Tauber. Hier treffen mehrere Jakobswege zusammen. Bei unserer vorletzten Jahrestagung der Fränkischen-St. Jakobus-Gesellschaft wurde eine neue Variante nach Speyer vorgestellt.

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Ich hatte nicht die Zeit, um die ganze rund 190 km lange Strecke bis Speyer zu pilgern. Jedoch die 70 km bis zum Kloster Schöntal konnte ich in drei Tagen gut gehen. Ausgangpunkt ist die Jakobuskirche von Rothenburg. Vor dieser steht die Figur des Jakobus in übermenschlicher Größe.

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Verlässt der Pilger die Stadt hat er diesen wunderbaren Panoramablick, der als Postkartenansicht in aller Welt bekannt ist. Unter den ganzen (insbesondere asiatischen Besuchern) war ich sicher der einzige Pilger.

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Hinter der Stadt geht es gleich ein wenig bergan. Im Rückblick immer die wunderschöne Stadt. Teils auf Asphalt, teils auf Schotterwegen geht es durch die herrliche Landschaft.

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Vorbei in kleinen Gehöften (hier Schöngras), die den Pilgern gerne eine Zeitreise in die Vergangenheit machen lassen, erreicht man wieder eine Stadt in der Neuzeit.

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Die baden-württembergische Stadt Schrozberg hat rund 5.600 Einwohner. Sehenswürdigkeiten sind das Schloss und die evangelische Kirche. Vor dieser hat man für die Jakobuspilger Muscheln und einen lebensgroßen Jakobus gesetzt. Als ich durch die Stadt kam, war mir der Wettergott nicht besonders gut gesonnen, was sich auf der ganzen Tour kaum änderte.

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Wieder folgen viele Kilometer (meist auf Asphalt) bis schließlich die Ortschaft Herrentierbach durchwandert wird. Ein nette Abwechslung und eine Möglichkeit für eine Pilgerpause.

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Jetzt folgen noch ein paar Kilometer meist flache Wege, bis es hinab zur Jagst geht. Dieser Fluss begleitet den Pilger nun für viele Kilometer.

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Im Tal angekommen kann der Reisende den Fluss bewundern. Es geht am anderen Flussufer weiter, bis schließlich der Ort Mulfingen erreicht wird.

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Mulfingen eignet sich vorzüglich für die nächst Übernachtung. Sehenswert ist die Kirche des Marktes sowie die St. Anna-Kapelle an der der Pilger am nächsten Tag vorbei geht.

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Tag 3

Heute hat mich zuerst mein Fotoapparat verlassen. Ich musste also mit dem Handy weiterfotografieren. Ich bitte darum die Qualität zu entschuldigen. Im Tal der Jagst führt der Jakobsweg nach Ailringen.

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Dieser Abstecher auf die andere Flussseite lohnt sich. Schönes Fachwerk und Kirchen danken für den kleinen Umweg.

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Jetzt geht es leicht bergan und man erreicht den Ort Hohebach. Hier kommt man an einem kleinen Laden vorbei und auch die Kirche (leider verschlossen) ist eine kleine Pause wert.

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Highlight des Tages ist natürlich die Felsenkapelle St. Wendel zum Stein. Ein Weg der Stille führt leicht bergab zu ihr. Dies war wohl der besinnlichste Teil dieses Jakobsweges. Die Kapelle entstand bereits im 15. Jahrhundert.

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Entlang von Apfelbäumen (bitte vor dem Bedienen fragen!) geht es nach Dörzbach. Hier war die Kirche geöffent. Es war Zeit für die Mittagspaus. Bäcker und Metzger stehen hierfür dem Pilger zu Verfügung.

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Entlang der Jagst geht es nun weiter bis die St. Anna Kapelle und der Ort Klepsau erreicht wird. Leider fiel weiter Regen, was die Pilgerschaft nicht unbedingt vereinfachte.

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Ohne weitere Ansteige wird Altkrautheim erreicht. Hier war es für mich wieder an der Zeit, eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Wegen des Regens war der Abend etwas langweilig. Ich dachte an die geselligen Wege in Spanien.

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Tag 4

Und wieder Regen am nächsten Tag. Zuerst geht es durch Marlach. Durch den Ort fließt der kleine Sindelbach. Die Kirche war offen und konnte besichtigt werden.

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Obwohl ich mich ein wenig verlaufen hatte, gelangte ich schließlich nach Westernhausen. Hier sollte man sich nochmal stärken, bevor ein Anstieg folgt.

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Es geht auf den Halsberg. Dieser Baum mit der Jakobusmuschel wurde mit einem Pilgerspruch geschmückt. So kleine Täfelchen findet man überall auf dem Weg. (Übrigens: Am Baum ist bereits eine Wegmarkierung für den neuen Martinusweg angebracht, der auch hier verläuft.)

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Nun liegt noch die Wallfahrtskapelle Neusaß auf unserem Weg bis schließlich das Kloster Schöntal erreicht wird. Meine Bilder stammen von unserer vorletzten Jahrestagung, die hier im Kloster abgehalten wurde. Daher die bessere Bild-Qualität.

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Für mich war nach eine Nacht diese Pilgerschaft hier im Kloster beendet.

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Bei guten Wetter ist dies wohl eine tolle Pilgerschaft. Natürlich werde ich irgendwann die Tour bis Speyer fortsetzen und im Blog davon berichten.