Gibt es auf Mallorca einen Jakobsweg? JEIN – Auf einer deutschen Mallorca-Homepage (Mallorca-erleben.inf0) fand ich einen Artikel über einen Jakobs-WEG, der jedoch (noch) nicht mit Muscheln markiert ist. Ich hatte im Oktober noch etwas Urlaub und wollte diesen Wegvorschlag testen. Zum Wandern und Pilgern ist gerade der Spätherbst auf der Balearen-Insel vorzüglich geeignet.

Start ist die Einsiedelei St. Honorat am Heiligen Berg. Dort kann man sich auch den Pilgerausweis für die Reise nach Santiago de Compostela ausstellen lassen.

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Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht möglich. Ich fuhr mit dem Bus bis Llucmajor und wanderte entgegen der eigentlichen Laufrichtung des Jakobswegs zur Einsiedelei/zum Kloster. Ein wunderbarer Aufstieg…   Das Kloster kann nicht besichtigt werden, jedoch steht die kleine Kirche den Besuchern und den Pilgern offen.

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Vom Heiligen Berg hat der Pilger einen wunderschönen Blick über die Insel. Mit dem Abstieg sollte nun mein „Jakobsweg auf Mallorca“ beginnen. Die Länge des Weges beträgt ca. 30 Kilometer. Diese kann man in einem oder auch zwei Tagen bewältigen.

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Wie überall auf den Caminos, werden auch hier Steinhäufchen gebaut. Ein Zeichen für Pilgerschaften, auch wenn der Weg (es soll sich um einen sehr alten Pilgerpfad von Randa zum Kloster handeln) nicht mit den üblichen gelben Muscheln oder Pfeilen gekennzeichnet ist.

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Nun folgt der Gang durch den kleinen Ort Randa. Hier steht ein wunderbares Wegkreuz und die Straße ist gepflastert wie im Mittelalter. Gleich neben der alten Straße lädt ein feines Lokal zur Mittagspause ein. Sie werben mit einer Bar für Radfahrer, da der Heilige Berg mit seinen Serpentinen gerne befahren wird. Für mich war es Zeit für die Mittagspause.

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Die Kirche von Randa (vermutlich Franziskus geweiht) war leider verschlossen. Hier hat man nochmals den schönen Blick aufs Meer und die bergige Landschaft.

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Jetzt bleibt dem Pilger und der Pilgerin nur die Straße nach LLucmajor. Es gibt immer wieder einen Trampelpfad entlang der Straße, wodurch es ungefährlich ist hier zu wandern. Von Weitem sieht man schon die thronende Michaels-Kirche der Gemeinde. Am Ortseingang angekommen, wandert man durch herrliche alte Gassen ins Zentrum.

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Nach der Besichtigung der eindrucksvollen Kirche genoss ich die warmen Strahlen der Sonne in einer Bar am Marktplatz. Es waren viele deutsche Touristen in den Lokalen. Fast 25 Grad zeigte das Thermometer noch Ende Oktober. Auch das Meer hatte noch 22 Grad und lud zum Baden ein.

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Von Llucmajor wählte ich die kürzeste Route zur Küste nach S’Arenal. Es gäbe wohl eine schönere Variante, wann man einen der längeren Radwege wählt. Angekommen in der Touristenhochburg geht’s immer entlang der Uferpromenade….

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In S’Areal läuft man am berühmten „Ballermann 6“ vorbei. Gleich hinter der Partymeile steht eine kleine Kirche, die natürlich deutsche Gottesdienste an Sonntagen anbietet. Wir sind im 17. Bundesland Deutschlands!

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Weiter geht es entlang des Ufers nach Palma. Als Pilger bleibt man ein Exot unter den vielen Touristen in Badekleidung. Der Blick fällt immer auf die Kathedrale der Inselhauptstadt. Die Grundsteinlegung des Gotteshauses erfolgte im Jahr 1230 und die Länge von über 100 Metern ist sehr beeindruckend. Eine schönes Ziel auf dieser kurzen Pilgerschaft.

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Jetzt bleiben Schiff oder Flieger für die Weiterreise zum Jakobusgrab in Santiago de Compostela. Die Insel Mallorca bietet noch viele weitere Wandermöglichkeiten, aber diesen Jakobsweg wollte ich unbedingt gehen. Vielleicht wird mit der Markierung irgendwann begonnen…  Mallorca wird von Deutschland mit Flügen reichlich bedient. Ich flog mit AirBerlin zurück nach München. Es war der letzte Tag der Fluglinie.

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