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In Erfurt war ich das letzte Mal vor 15 Jahre. Warum nicht im Dezember noch eine Pilgertour unternehmen? Ich hatte zwei Tage Zeit und so bot sich der Jakobsweg mit dem schönen Namen „Auf den Spuren starker Frauen“ an. Von Erfurt sollte er mich zur Klosterruine Paulinzella führen. Auf einem Hügel in Erfurt stehen der Erfurter Dom und die Severinkirche. Somit ist der höchste Punkt der Stadt auch der Ausgangspunkt für meine Winter-Pilgerschaft.

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Vom Dom geht es ein paar Treppen herab und auf der anderen Straßenseite stößt der Pilger auf die Wegemarkierung. Natürlich wählen wir hier den Weg nach Süden. Die andere Markerung würde nach Eisenach führen…  (Diesen Weg kenne ich auch noch nicht!)

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Nett – wie man die Masten für den Winter eingepackt hat. Es hatte unter null Grad, aber trotzdem kam die Sonne durch. Ich will nicht schon wieder den Satz mit dem schlechten Wetter und der guten Kleidung bemühen.

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Der Weg führt entlang der Gera heraus aus der Großstadt. Eine sehr schöne Wanderung bereits auf den ersten Kilometern. Es wird der Ort Hochheim gestreift und man pilgert weiter nach

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Bischleben-Stedten mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern. 25 Jahre nach der Wende erstrahlt alles im neuen Glanz. Nur wenigen Kilometer sind es nun nach

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Möbisburg-Rhoda. Hier machte ich eine Versorgungspause. In einem kleinen Laden bekam ich Proviant für die weitere Pilgerschaft. Hier gab es ein „Gschäftl“!

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Nun lagen zuerst Molsdorf und dann Ichertshausen auf meinem Weg. Kirchenbesichtigungen sind hier kaum möglich. Immer wieder wird man vor verschlossenen Türen stehen.

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Das Tagesziel war nun in greifbarer Nähe. Der Weg ist hier mit dem Lutherweg identisch. Die Markierungen sind vorbildlich.

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Es folgte der „Einlauf“ in Arnstadt, meinem Tagesziel. Ich war überrascht von der Schönheit der Stadt. Auffällig natürlich das rote Rathaus und die typischen Schiefervertäfelungen.

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Diese Stadt hat einen ganz berühmten Sohn – Johann Sebastian Bach. Ein Name, der mich auf all meinen Pilgerschaften begleitete. Oftmals konnte ich unterwegs Orgelkonzerte von dem großen Meister besuchen. Unter anderem auch in Burgos. Auch mein MP3-Player versorgt mich immer auch mit „BACH“.

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Für den Pilger und Musiknarr Bürger natürlich ein Muss…  das Gotteshaus und die Orgel zu besichtigen. Es war erst kurz nach Mittag, als ich ankam. Schade – für meine geliebten Picknicks war es zu kalt…

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Hier war nun mein erster Pilgertag beendet. In Arnstadt gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten. Ich hatte mir in Erfurt für zwei Tage ein Zimmer gemietet und trat daher die Rückreise mit der Bahn an. Am nächsten Morgen ging es dann zurück zum heutigen Tagesziel….

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Am frühen Morgen ging ich bis Dornheim. Das Wetter war noch sehr angenehm. Hier ist auch noch keine Steigung zu bewältigen. Aber natürlich sucht der Pilger eine gewisse Herausforderung auf seinen Wegen.

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Hinter dem kleinen Ort folgte der erste Anstieg auf dieser Pilgertour. Angelshausen-Oberndorf wird gestreift und es geht weiter nach Hausen mit der schönen  Kirche St. Nikolaus. Jetzt war es auch vorbei mit dem relativ schöne Wetter auf dieser Dezemberpilgerschaft.

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Über Görbitzhausen-Roda pilgert man nach Niederwillingen (hier ist natürlich die Kirche zu besichtigen – den Schlüssel kann man erfragen) und weiter nach

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Greisheim. Wind und Regen begleiteten die Wanderung. Von hier geht es über Cottendorf-Dörnfeld und Singen zum Ziel in

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Paulinzella. Ein sehr schöner Name und ein schönes Ziel für diese Pilgerschaft. Die Ruinen des ehemaligen Klosters waren für mich ein ganz besonderes spirituelles Erlebnis. Ein ehemaliges Benediktinerkloster dessen Kirche zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken Deutschlands gehört. Bisher hatte ich noch die eine Ruine als Pilgerziel. Kaum angekommen setzte Starkregen mit Schneeflocken ein.

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Zwei Tage Pilgerschaft mit etwas über 50 Kilometern, die mich an ein ganz besonderes Ziel brachten. Hier in Paulinzella kann man seine Pilgerschaft noch bis Coburg fortsetzen. Hierzu hatte ich dieses Jahr keine Zeit mehr.

Wer waren nun die „starken Frauen“? : Die Heilige Elisabeth (Bistumspatronin Erfurt), die Heilige Walburga (Namensgeberin Walpurgiskloster) und die Selige Paulina (Klostergründerin)

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Vorschau auf die geplante Fortsetzung (Diese Bilder entstanden im Frühjahr):

Schalkau in Thüringen:

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Coburg in Bayern:

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