Ein Reisetraum wurde für mich wahr!

Das schöne alte Wort PERSIEN klingt wesentlich mehr nach Traumland als der neuere Staatsname IRAN. Meist beginnt eine Iran-Reise in der Hauptstadt Teheran (persisch: تهران Tehrān). Der Flug dauert unwesentlich länger als zu den Kanarischen Inseln. Seit Aufhebung der UN-Sanktionen sind Reisen nach Iran/Persien wieder stark im Kommen. 

Revolutionsplatz und Azadi-Turm gehörten neben den Museen zum Pflichtbesichtigungsprogramm der Stadt. Hierfür reichen ein bis zwei Tage, denn die Stadt mit ihren 20 Millionen Einwohnern ist relativ jung. Das alte Persien liegt wesentliche südlicher im Iran.

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Der Iran ist ein Land mit vielen spirituellen Orten und Wandermöglichkeiten:

Nahezu alle Touristen besuchen die in Fels geschlagenen achämenidischen Schrifttafeln Ganj Namehs in der Nähe der Stadt Hamadan. Dieses Gebiet eignet sich auch vorzüglich für Wanderungen. Besonders der Wasserfall ist sehr beeindruckend. Wasser ist im Iran kostbarer als Öl. Ein Liter Benzin kostet knapp über 20 Cent. Ein Liter Mineralwasser selten unter 40 Cent.

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Am Beginn des Aufstiegs zum Gipfel des naheliegenden Berges steht ein steinerner Wanderer oder „Pilger“. Überall entlang der Wege zum Wasserfall liegen Perser-Teppiche, die zu einem Picknick einladen. Als ich dort war, war Ferienzeit im Iran und viele Familien nutzen die freie Zeit für Ausflüge. Camping ist in freier Natur erlaubt, dann spezielle Plätze hierfür gibt es (noch) nicht. Gewandert wird mit Kopftuch – darüber trägt die moderne iranische Frau aber noch ein Kappe, bevorzugt mit deutschem Markenzeichen!

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Das weitläufige Gelände beim UNESCO-Weltkulturerbe „Dariusrelief von Bisotun“ nahe der Stadt Kermanshah bietet ebenfalls die Möglichkeit für kleinere Wanderungen. Gleich neben dem Relief liegt eine alte Karawanserei, die nur zu Fuß erreichbar ist. Auch kleine Aufstiege sind möglich, jedoch sind die Temperaturen hierfür sehr heiß.

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Keine Iran-Reise ohne Besuch der Stufenpyramide im Tempelbezirk von Tschogha Zanbil. Sie wurde im 13. Jahrhundert v. Chr. unter Untash Napiri Schah, König von Elarn, erbaut. Ein spirituelles Zentrum und ein Kraftort in der Antike und auch noch in der Gegenwart. Die Grundmauern der Pyramide haben eine Ausdehnung von 105 x 105 Metern. Ein Aufstieg auf die Spitze ist auf legalem Weg leider nicht mehr möglich.

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Die Königsstadt Persepolis – 2500 Jahre Geschichte zum Anfassen. Persepolis wurde von Dareios dem Großen gegründet und von dessen Sohn und Enkel weiter ausgebaut. Um das sehr große Gelände (über 124.000 m²) ausführlich zu besichtigen, sollten mehrerer Stunden eingeplant werden. Auch hier sind kleinere Aufstiege möglich, die mit einem wunderbaren Rundblick belohnen.

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Ebenfalls ein schönes Gelände für Wanderungen bieten die antiken Stätten von Pasargadae. Die Stadt wurde ca. 530 v. Chr. gegründet und erstreckte sich auf ca. 300 ha. Heute sind noch viele Paläste und Ruinen zu besichtigen. Hierfür sollte man Zeit einplanen.

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Die Rosenmoschee Nasri al-Molk in Shiraz: Spiritualität in höchster Vollendung. Schon die Straßenansicht der Moschee ist sehr beeindruckend. Vorbei am Eintrittshäuschen gelangt man in den Innenhof. Imame arbeiten als Touristenführer und können sehr viel über die Geschichte der Moschee berichten. Nach dem Betreten der Moschee wird man von einem Meer von Farben in Empfang genommen.

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Entlang des Maharlu- und Bakhtegan-Salzseen nach Kerman liegt die beeindruckende Freitagsmoschee von Neyriz auf dem Weg. Nahezu alle Moscheen sind offen und können besichtigt werden. Im Iran wird man selten vor verschlossenen oder „nichtbesichtigungsfähigen“ Gotteshäusern stehen. Meist sind auch einige Gläubige in den Moscheen, die die Touristen auf die Besonderheiten des Baus hinweisen.

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Zirka 30 Kilometer außerhalb von Kerman liegt die Sufi-Grabanlage von Mahan. Eine sehr großzügige Moschee, für die man viel Zeit einplanen muss. Ein Moscheebau in höchster Vollendung. Jede Kachel, jeder Aufschrift, jede Farbe – eine Komposition von Vollkommenheit.

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Die Stadt Yazd mit ihren Moscheen und den historischen Zentrum ist ein weiterer Höhepunkt für Iran-Reisende. Es war der Vorabend des großen Festes anlässlich des Trauermonats. In der historischen Altstadt sollte man unbedingt „auf die Dächer“ steigen. Der Blick über die antike Stadt ist atemberaubend. Cafés mit Dachterrasse sind mehrere in der Altstadt.

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Verehrt wird Hussein (siehe unten). Das Wasser des Brunnen wird aus diesem Anlass rot gefärbt. Ein Blutbrunnen, der an die Leiden des Propheten erinnern soll.

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Die zwei Schweigetürme bei Yazd: Die Geschichte ist für die heutige Zeit etwas gruslig: Hier wurden früher die Toten abgelegt, damit die Geier die Knochen vom Fleisch reinigen konnten. Beide Türme können erwandert werden. Beim Aufstieg wird man zusätzlich mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt Yazd belohnt.

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Isfahan – Die Perle im Iran: Es war der höchste Feiertag der Trauerzeit. Die ganze Stadt in einem eigenwilligen Ausnahezustand. Man gedenkt dem Märtyrer Hussein, dem Enkel von Mohammed. Die Männer schlagen sich mit Eisenketten auf den Rücken um Schmerz nachzuempfinden. Durch die viele Menschen war es kein Problem zu den Trauerfeiern in die Moschee zu gehen. Für uns Europäer ist dies eine andere, aber sehr faszinierende Welt.

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Die Vank-Kathedrale von Isfahan ist eine armenisch-apostolische Kirche im Stadtteil Dschlufa. Vank bedeutet Kloster oder Konvent. Christlicher Glaube darf im Iran gelebt werden, jedoch nicht weiterverbreitet. Im Klosterladen gibt es daher nur den Koran zu kaufen, nicht die Bibel. Unter den Besuchern waren mehrere iranische Christen.

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Am Schluss der Reise der Höhepunkt? – Qom – Der „Vatikan des Irans“ und auch die Partnerstadt von Santiago de Compostela. Wir kamen nach Sonnenuntergang im Zentrum der Stadt an. Trotz mehrfacher Versuche wurde uns der Zutritt zum heiligen Schrein der Fatimah nicht gestattet. Hier sind Touristen nicht erwünscht. So mussten wir uns mit einer Außenbesichtigung begnügen. Gerne hätte ich die Jakobusmuschel gesehen, die wohl irgendwo dort angebracht sein muss.

 

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Der Iran ist ein wunderbares Land, dass man nur lieben kann. Ich werde vermutlich eine weitere Reise dorthin unternehmen. Der immergrüne Norden und die heißen Wüsten standen leider (noch) nicht auf meinem Besichtigungs-Programm.