Ich hatte im Oktober einige Tage Urlaub und so zog es mich wieder nach Spanien. Es sollte eine Tour auf dem kurzen Camino Inglés werden. Der Weg führt von Ferrol nach Santiago de Compostela. Mit seinen rund 115 Kilometern ist er in 5 bis 6 Tagen gut zu „erpilgern“. Bei einer Länge von über 100 Kilometern kann man sich in Santiago de Compostela auch die bliebte Urkunde (Compostela) abholen.

DIGITAL CAMERATag 1:

Mit dem Bus ging es von Santiago de Compostela nach Ferrol. Hier muss man vom Busbahnhof noch einige 100 Meter gehen und gelangt dann zum Kilometerstein mit der Aufschrift „Camino Inglés“.

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Dieser Stein liegt am Hafen des Küstenortes. Von hier geht es vorbei an der Kirche San Francesco durch den historischen Stadtkern. Gleich hier traf ich auf eine Pilgergruppe aus den Kanaren. 5 Spanier, die sich wie ich auf ihren Weg nach Santiago machten.

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Wie auf allen spanischen Wegen war somit für Unterhaltung und Abwechslung gesorgt. Man verlässt die Stadt und wandert entlang der Bucht. Da die Touristeninformation geschlossen war, besorgte ich mir meinen ersten Stempel in einer Bar. Überall ist man auf die Pilger eingerichtet.

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Wer nicht abkürzt, gelangt schließlich zur Kirche San Martin, die kurz vor meinem ersten Übernachtungsort Xubia liegt. Die kleine Wanderung durch den Wald sorgt hier für die notwendige Abwechslung. Über den Ortsteil El Feal erreichte ich schließlich meine Herberge. Hier traf ich auch drei deutsche Pilger…. Diesen Tag waren nur 14 Kilometer zu gehen.

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Tag 2:

Nach netten Unterhaltungen in der Herberge sollte es am nächsten Tag zunächst nach Pontedeume gehen. Nach nur 15 Kilometern war die kleine Stadt erreicht.

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Es kamen Erinnerungen an den Küstenweg hoch. Pilgern am Strand…. Welch ein sinnliches Erlebnis! Ich überlegte tatsächlich, ob ich nicht eine Runde schwimmen sollte. Für deutsche Verhältnisse war es schön warm.

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Jetzt ging es steil bergan heraus aus der Stadt. In der „Rückschau“ natürlich ein sehr schöner Blick über den Küstenort. Hier war es noch nicht an der Zeit für die Übernachtung, auch wenn einige Pilger bereits hier wieder Station machten.

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Knappe 10 Kilometer betrug die Strecke von hier zum Übernachtungsort Miño. Ich hatte mich leicht verlaufen (meine Reiseführer war aus dem Jahr 2009) und erreichte den Ort etwas über Umwege und mit Google-Maps. Hier deutete sich schon an, was mich die nächsten Tage erwarten wird. Regen, nichts als Regen.

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In der Herberge des Ortes waren nur sechs Pilger. Ich und fünf Spanier. Alle anderen hatten wohl schon in Pontedeume genächtigt.

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Tag 3:

Eigentlich wollte ich heute „Strecke machen“. Doch dann erhielt ich die Nachricht von dem Tortilla-Fest in Betanzos. So wanderte ich nur knappe 11 Kilometer. Der kürzeste Tag in meinem Pilgerleben. Zuerst hatte ich leichten Regen. Wir gingen noch zum Frühstücken und dann setzte schon starker Regen ein.

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Angekommen in Betanzos kam etwas Sonne hervor. In fast allen Lokalen des Ortes gab es den ganzen Tag Tortillas zu einem sehr günstigen Preis. Dadurch fiel das Essen etwas zu reichlich aus für die wenigen Kilometer „Tagesleistung“…..

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Hier war ein richtiger Andrang an Pilgern und alle gingen natürlich zum Tortilla-Essen. Ich habe nicht mit so vielen Wanderern auf diesem Weg gerechnet.

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Tag 4:

Nur Regen bis Hospital de Bruma. Noch nie bin ich auf einer Pilgerschaft so nass geworden…   Ich treffe gerne die Aussage: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“ –  Hier stimmte dies wohl nicht mehr….

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In der Herberge kam es dann noch zu einem Stromausfall. Alles war nass und an eine Trocknung der Sachen nicht zu denken. Trotzdem habe ich mir keine Erkältung zugezogen. Pilgern härtet wohl doch ab….

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Tag 5:

Der Weg nach Sigüeiro wieder im Regen. In Calle gibt es die Möglichkeit für einen kleinen Zwischenstopp. Danach geht es lange durch Wälder. Die kleine Stadt wurde mein letzter Übernachtungsort vor Santiago der Compostela. Rund 25 Kilometer waren diesen Tag zu gehen.

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Tag 6:

Noch 16 Kilometer trennten mich von meinem Ziel in Santiago de Compostela.

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Wieder ging es durch Wald – aber mein Ziel war doch sehr schnell erreicht. Von dieser Seite bin ich noch nie in die Stadt „eingelaufen“. Die Kathedrale ist zurzeit in Renovierung. Daher muss man bei den Bildern Abstriche machen.

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Ein kurzer Camino mit netten Begegnungen mit denen man heute sowieso weiter auf Facebook vernetzt ist…

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Ohne diesen Regen ist dieser Weg sicher für Pilgereinsteiger bestens geeignet.