Zurück auf dem Camino de Levante…

Nach einer „Arbeitspause“ flog ich zurück nach Spanien um meinen Weg fortzusetzen. Zuerst stand ein Besuch bei Bekannten auf dem Programm. Nach ein paar Tagen ging es von Valencia mit dem Schnellzug nach Albacete, sozusagen den bereits gepilgerten „Teil I“ meines Weges – diesmal per Zug (2,5 Stunden und nicht 8 Tage)!!! Fast wäre der Zug wegen Streik aufgefallen. Aber ich kam, wenn auch mit erheblicher Verspätung, an meinem Ausgangspunkt an.

Entgegen meiner Erwartung war es nicht besonders heiß. Die Vía de la Plata erlebte ich mit 46 Grad. Hier hatte es Mitte Juni nur 22 – 25 Grad. Zumindest an den ersten Tage.

Tag 9: Albacete – La Roda

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Die Stadt Albacete war mir bekannt. Ich ging ins gleiche Hotel, das ich auch vor ein paar Wochen zur Nächtigung nutzte. Es wurde eine kurze Nacht, da ich am nächsten Tag sehr früh losgehen wollte.

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41 Kilometer, die zunächst durch die Außenbezirke der Stadt führen. Bei Sonnenaufgang hatte ich bereits einige Kilometer gepilgert.

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Einziger größerer Ort am heutigen Weg ist La Gineta mit seiner St.-Martin-Kirche. In einer Bar am Ort machte ich Frühstückspause. Pilger hatten sie dort seit einigen Tagen keine gesehen. Drei Tage vor mir pilgerten Freunde aus Passau. Ich hoffte sie einzuholen.

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Hinter La Gineta ging es auf sehr staubigen Straßen weiter nach La Roda. Es ging ein irrer Wind. Eine Erinnerung an Patagonien für mich.

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Die Stadt verfügt über eine Pilgerherberge neben der Stierkampfarena. Ich bevorzugte ein schönes Hotel. Am ersten Tag des Teils II der Pilgerschaft gönnte ich mir dies (wie so oft).

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Tag 10: La Roda – San Clemente

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Der Jakobsweg, hier gleich mit der Ruta de Don Quijote, führte mich am nächsten Tag wieder durch die menschenleere Landschaft.

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Es ging nach Minaya. Die Orte sieht man am Camino de Levante schon oft aus der Ferne. Bis zum Ankommen vergeht oftmals noch mehr als eine Stunde.

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Vorbei an der Stierkampfarena geht es in die kleine Stadt. Es war gerade Markt. Ich wollte mir Obst am Markt kaufen. Kaufen war nicht möglich, als Pilger bekam ich das Obst geschenkt.

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Ich verzehrte es vor der Santiago-Kirche. Die Kirchen werden erst am Abend geöffnet. Eine Besichtigung ist nicht möglich. Hinter dem Ort sah ich Gewitterwolken aufziehen.

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Diese sorgten aber nur für herrliche Bilder und nicht für richtigen Regen. Es kamen nur ein paar Tropfen von oben. Die einzigen auf meinem ganzen Camion. Schließlich ging ich nach Casas de los Pinos. Hier machte ich eine letzte kleine Pause.

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Der Wegweiser zeigte man Tagesziel an. Durch herrliche Wälder ging es nochmals 8 Kilometer weiter,

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bis San Clemente erreicht war. Gleich am Ortseingang stieß ich auf ein Hostal mit einer freundlichen Pilgermuschel an der Tür. Ich bekam ein schönes Zimmer. Es war sowieso ein besonderer Tag. -Ein Deutschlandspiel – es war Fußball-EM.

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Die Santiago-Kirche wurde natürlich noch besichtigt. Dann war es an der Zeit, ein Lokal zu suchen, wo ich mir das Spiel im TV „angucken“ konnte. Als einziger Gast sah ich mir das 0:0-Spiel an. Die übrigen Gäste zeigten keinerlei Interesse an dem Spiel. Meine Tagesleistung lag immerhin bei 38 km.

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Tag 11: San Clemente – Mota de Cuervo

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Weiter auf dem Camino de Levante… Die gelben Wegweiser waren mir schon bekannt. Hier ist auch GR 239 aufgedruckt.

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Wieder durch menschenleere Landschaft. Leer aber wunderschön. Ich schickte einer Bekannten diese Fotos. Sie druckte sie sofort aus und nun hängen sie in ihrem Büro.

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Ein paar Häuser und die Burgruine von Santiago de la Torre boten eine kleine Abwechslung. Wie so oft machte ich eine kleine Pause und starrte in den Himmel. Herrliche Wolken zogen in schneller Geschwindigkeit über die faszinierende Landschaft. Freiluftkino der besonderen ART.

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Weiter ging es nach Las Pedroñeras. Hier hatte ich ursprünglich meine Übernachtung geplant. Es gab aber kein Hotel und für die Pilgerherberge war kein Schlüssel zu bekommen. Die heilige Siesta in Spanien.

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Von der Himmelfahrtskirche ging ich also weiter auf dem Camino de Levante. Ich ahnte jedoch nicht, dass der Tag noch soooooo lange werden wird.

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Von El Pedernoso über Santa María de los Llanos (alle Orte ohne Übernachtungsmöglichkeit)

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ging ich schließlich noch bis Mota del Cuervo. Immerhin stärkte ich mich ergiebig in einer Bar am Weg mit Tapas. Eine Tagesleistung von 48 Kilometern. Sollte ich meine Freunde aus Passau einholen? – Antwort vorweggenommen: NEIN. Sie fuhren immer wieder ein Stück Zug und ich konnte sie daher nicht erreichen…

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Kirche und Rathaus besichtigte ich noch auf die Schnelle. Zum Abendessen gab es nur Obst.

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Dann folgte die verdiente Nachtruhe. Es war sicher ein Tag, der an der Grenze zwischen Sport und Pilgern lag. Aber ich sehe auch Marathon als spirituelles Erlebnis!

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Tag 12: Mota de Cuervo – Quintanar de la Orden

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Gut ausgeruht ging ich am späteren Morgen los. Wieder auf der Ruta de Don Quijote. Sonne und blauer Himmel, so wie man sich Spanien so vorstellt.

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Jetzt ging es durch das wunderschöne „El Toboso“. Den malerischen Ort durchquerte ich und genoss die schönen Straßenzüge. Leider war die Iglesia San Antonio Abad versperrt.

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Jetzt ging es weiter auf staubigen Pisten nach Quintanar de la Orden. Diesen Tag kam ich schon gegen Mittag an. Ich gönnte mir ein schönes Mittagessen und eine Siesta.

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Nach der Siesta besichtigte ich noch die Jakobuskirche. Sie war aufgrund einer Taufe auch schon am Nachmittag geöffnet. Als Pilger durfte ich natürlich ins das Gotteshaus gehen. Der Pfarrer hatte es mir höchstpersönlich gestattet.

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Tag 13: Quintanar de la Orden – Tembleque

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Nach dem entspannten Vortag musste ich am nächsten Tag wieder „Strecke machen“. Zuerst ging es auf einer ehemaligen Bahntrasse bis La Puebla de Almoradiel. Ich liebe ehemalige Bahntrassen. Hierfür habe ich mir extra ein Liegerad gekauft um sie ab und an abzufahren. Auch wenn ich als Dauer-Pilger wenig Zeit für diese Beschäftigung habe.

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Später kam ich nach La Villa de Don Fadrique. Hier war ein großes Pfarrfest. Man lud mich zum Essen am Nachmittag ein. Leider konnte ich diese freundliche Einladung nicht annehmen, da ich noch über 30 Kilometer vor mir hatte. So etwas tut mir immer sehr leid. Aber ich bin eben noch kein Rentner, der für seine Pilgerschaften unendlich viel Zeit hat.

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Vorbei an der Ermita des San Gregorio ging es zum nächsten Ort namens

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Villacañas. Hier ging ich zum Mittagessen. Es war Sonntag und es lagen noch einige Kilometer vor mir. Tintenfisch mit Kartoffeln, Salat und Pudding als Nachtisch sollten mich für die Weiterreise stärken. Es ging es auf trockener Piste weiter,

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bis schließlich Tembleque erreicht war. Hotel statt Hostal!!! Ein Umweg zum Hostal hatte sich nicht gelohnt, denn es war verschlossen. Die Plaza Major mit ihren Säulenvorbauten ist natürlich der Höhepunkt dieser Stadt.

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Rund 48 Kilometer an diesem Tag.

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Tag 14: Tembleque – Mora

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Raus aus der Stadt und vorbei an einer Einsiedlerei. Blauer Himmel und Sonne. In einem kleinen Supermarkt kaufte ich mir meinen Proviant für die Tour. Dann heute gab es nur „Campo“ auf der Strecke, wie mir der Verkäufer sagte.

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Die Temperaturen lagen inzwischen bei rund 33 Grad. Ein paar Häuser lagen auf halber Strecke bei ausgetrockneten Rio Algodor. Sonst waren es 26 km durch ein Nichts. Doch gerade dieses Nichts ist immer besonders spirituell.

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Ich war ein bisschen versucht einen kürzeren Weg auf der Straße zu wählen, wurde aber sogleich von der Polizei davon abgehalten. Der als Camino de Levante markierte Weg führt über die Berge und ist etwas anstrengend. Auf einigen Metern konnte man auch keine Markierungen finden und ich ging einfach über die Olivenbaum-Felder in der Hoffnung noch auf dem Weg zu sein.

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Es ist immer sehr beruhigend, wenn man dann wieder eine Muschel findet. Schließlich ging es wieder auf die Straße und auf dieser zu meinem nächsten Etappenort.

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Über einen Bergpass gelangt der Pilger nach Mora. Als ich in die Stadt kam, war natürlich gerade Siesta. Das ersten Hostal war verschlossen und so bimmelte ich im zweiten Hostal und fragte nach einem Zimmer. Der Betreiber kam in der Unterhose, gerade von der Siesta aufweckt. Etwas unfreundlich wurde mir ein Zimmer gegeben.

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Am Abend besichtigte ich noch die Pfarrkirche und ging in die Apotheke um ein Blasenpflaster zu kaufen. Diese brauche ich fast nie, aber heute war eben so ein Tag. Er hatte rund 26 Kilometer.

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Tag 15: Mora – Toledo

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Es sollte wieder ein Tag mit über 40 Kilometern werden. Ich ging bei Dunkelheit los und konnte beim Schloss von Almonacid de Toledo den Sonnenaufgang genießen.

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Hier überholte mich ein Fahrradpilger aus Portugal. Bisher der erste echte Pilger auf meinem „Camino de Levante Teil II“. Nach kurzem Gespräch war ich wieder alleine auf dem Camino.

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Es folgten die Orte Nambroca, Burguillos de Toledo und Cobisa,

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wo ich eine lange Mittagspause machte. Auf dem ganzen Weg wird man in den Bars mit Tapas versorgt. Eigentlich war ich erst einmal so richtig beim Essen. Ansonsten ernährte ich mich von diesen Tapas.

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Jetzt folgten noch ein paar Kilometer hinab nach Toledo. Ich liebe gerade dieser Abstieg nicht, da ich eben „Bergaufgeher“ bin.

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Die wunderschöne Stadt erreichte ich am frühen Nachmittag. Es war wohl der wärmste Tag auf meiner ganzen Pilgerschaft. Zum finden von Hotels oder Herbergen benutze ich schon einmal mein Handy. Von diesem erhielt ich die Warnung: „Ausschalten sonst Überhitzung“. Trotzdem fand ich mein Hotel.

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Die Stadt war voll mit chinesischen Touristen. Um den Dom und in den historischen Straßenzügen sah man nur Tablet-PCs vor den Augen der Chinesen.

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In einem kleinen, wunderschönen Hostal mit Klimaanlage verbrachte ich die Nacht. Toledo ist wohl aus der Höhepunkt des Camino de Levante zu betrachten. Von den immer noch wenigen Pilgern starten hier viele ihre Pilgerschaft nach Santiago de Compostela.

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Tag 16: Toledo – Torrijos

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Nur 35 Kilometer heute bis Torrijos. Beim Verlassen der Stadt hat der Pilger und die Pilgerin nochmals diesen wunderschönen Panoramablick auf die Stadt. Es gab Straßenneubauten und der Weg wurde wohl wieder etwas länger. Dies stellte ich gleich auf den ersten Kilometern fest.

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Eine kleine Kapelle im Fluss und dann viel Straße durch menschenleere Landschaft.

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Abwechslung bot Casas de Estivel, ein größeres Gut. Rielves liegt noch am Weg…

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Und schließlich wurde Torrijos erreicht. Das deutsche Buch nannte eine Bar in der man schlafen könne. Diese fand ich mit GPS sehr schnell. Man gab mir ein schönes Zimmer für 15 €.

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Am Abend folgte nach die Stadtbesichtigung. Ich kam auch an der offiziellen Pilgerherberge vorbei. Sie war pilgerleer.

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Tag 17: Torrijos – Escalona

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Die Berge waren in Sicht, als ich am frühen Morgen loszog. Diese Nachricht von den Bergen musste ich sogleich an alle meine Bekannten in der Heimat schicken.

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In Val de Santo Domingo machte ich ein ergiebiges Frühstück. In einem kleinen Laden konnte ich mich perfekt eindecken und am Stadtplatz gut essen. Als Pilger darf man so etwas…

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Meine nächste Pause folgte in Maqueda. In der Bar gab es die von mir geliebte Cola light, die mir aber nur beim Pilgern schmeckt. Oftmals sehr teuer in Spanien für 0.25 Liter!

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Jetzt wurde es wieder sehr trocken bis Escalona. Vor der Stadt befindet sich ein kleiner Aufstieg. Im Rathaus gab man mir einen Stempel für den Ausweis und die Adresse der Herberge, die etwas außerhalb in einer Schule liegt. Dort wurde ich schon erwartet und mir wurde freundlich ein Schlüssel übergeben.  Ich war wieder der einzige Pilger. Im Pilgerbuch fand ich den Eintrag von Italienern, einige Tage vor mir.

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Die schöne Kirche besichtigte ich am Abend. Dieser Tag „hatte“ 26 Kilometer.

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Tag 18: Escalona – San Martín

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An diesem Tag lag nach ein paar Kilometern Almorox auf meinem Weg. In einem kleinen Laden kaufte ich Proviant und vergaß meine Wanderstöcke. Der freundliche Verkäufe bemerkte es sogleich und lief mir nach. Hier am Ort war die Versuchung zu groß, eine kleine Abkürzung zu gehen.

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Das deutsche Buch beschrieb eine einfachere Strecke auf der Straße. Und es lag sogar ein Bar am Weg. Take it!!! – In allen Fernsehern heute nur ein Thema: Der Brexit!!! – Weiter ging es monoton auf der Straße, aber eben etwas schneller.

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Heute ging es zum einzigen Ort, der sich im „Bundesland“ Madrid befand. Die Hauptstadt wäre nicht mehr wirklich weit gewesen.

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San Martín de Valdeiglesias sollte der Übernachtungsort sein. Zuerst kommt man an einer Einsiedlerei vorbei, dann in den Ort.

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Natürlich war wieder Siesta als ich in den Hostal ankam. Ich bekam ein schönes Zimmer und schloss mich den spanischen Gepflogenheiten an. Stadtbesichtigung wie immer am frühen Abend – nach der Mittagsruhe.

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Rund 26 Kilometer – Auf der Abkürzung ohne nennenswerte Berge.

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Tag 19: San Martín – Cebreros

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Ein paar Kilometer hinter San Martín wird ein Weg erreicht, den man nur erahnen kann.

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Dadurch zog ich einen besser markierten Wanderweg dem Camino de Levante vor. Schöne weiß-grüne Markierungen wiesen den Weg nach Cebreros.

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Kurz vor dem Ort wird eine herrliche alte Römer-Brücke im Tal Valsordo passiert. Diese Momente kann einfach nur der Fußgänger erleben.

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Vorbei noch an einer Einsiedlerei und es folgt der Aufstieg in das Bergdorf. Pilgern ohne Berge ist eben nur der halbe Spaß.

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Doch jetzt ist man endgültig in den Bergen angekommen. Wieder wie ausgestorben der kleine Ort.

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Auch der Marktplatz war leer während der Siesta. Er füllte ich erst am frühen Abend und die Nächte werden dann lang,

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In einem Hotel nahm ich mir ein schönes Zimmer. Es war Samstag und neben dem Hotel war eine Discothek. Nein ich will mich nicht über den Lärm beschweren….  Ich suchte Abwechslung und Unterhaltung.

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Tag 20 Cebreros – Ávila

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Heute wieder sehr früh auf den Beinen. Ein Marathontag über die Berge.

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Der Anstieg erfolgt sehr rasch und man gewinnt an Höhe und der erste Pass ist erreicht.

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Jetzt pilgert man in wunderschöner Landschaft über viele Kilometer durch die Einsamkeit. Pilgern in Vollendung.

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Die Weg ist ausreichend gut markiert. Immer wieder ein Stein mit Pfeil.

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Ein wenig Straße und immer die schönen Berge.

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Dann folgt ein kleines Bergdorf.

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Sein Name: San Bartolomé de Pinares. Es war Wahlsonntag. Vor der Kirche machte ich eine kleine Pause. Die Einwohner stürmten ins Rathaus.

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Und es ging weiter nach El Herradón de Pinares. Hier hielten mich zwei Hunde von einer weiteren Pause ab.

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Jetzt folgt nochmals ein harten Anstieg. Es kam zu einer mir unangenehmen Situation. Motorradfahrer nutzen den Camino für Motor-Cross und machten eine Herde Kühe dadurch etwas wild. Etwas zögerlich ging ich durch die Herde.

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Am höchsten Punkt des Weges wählte ich die Straße zum Abstieg. Ein Auto wollte mich mitnehmen. Aber ich bin doch Pilger und gehe freiwillig.

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Dann die letzten Kilometer nach Ávila. Die Beine wurden schon etwas schwer.

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Ich bezog ein Hotel direkt im Zentrum der Stadt. Jetzt noch eine günstige Möglichkeit zum Schlafen zu suchen war mir einfach zu viel Aufwand.

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Nach dem Abendessen machte ich noch eine schöne Stadtbesichtigung.

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Der Dom war natürlich der Höhepunkt. 44 Kilometer über die Berge – Nicht wenig!!! (Die Wahl in Spanien brachte bis ich ins Bett ging noch kein eindeutiges Ergebnis!)

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Tag 21: Ávila – Gotarrendura

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Ich plante einen langen Tag deshalb zog ich schon mit den ersten Sonnenstrahlen raus aus der Stadt. Es war noch angenehm kühl.

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Der Camino de Levante führt über eine alte Brücke hinaus aus der Stadt. Um sie fotografieren zu können ging ich allerdings über die befahrene Autobrücke. Frühstück gab es an der Tankstelle.

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Gleich auf den ersten Kilometern traf ich auf den ersten Fußpilger. Er war aus Japan. Für mich ein Geschenk des Himmels, da ich doch nächsten Jahr in Japan Shikoku pilgern will. Wir machten eine kleine Pause in Cardeñosa. So konnte ich meinen neuen Freund gleich über Einzelheiten über mein Vorhaben ausfragen.

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Dann besichtigten wir die kleine Kirche im Ort. Ein Passant zeigte uns den Weg, da der gelbe Pfeil an dieser Stelle wirklich sehr schwer zu finden ist.

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Es ging dann noch ein paar Kilometer nach Gotarrendura. Da mein neuer Begleiter hier schlafen wollte, änderte ich meinen Plan und kürzte den Tag ebenfalls auf gute 20 Kilometer zusammen. Die Angestellte des Gemeindeamts ging mit uns zur Herberge und besorgte uns ein Mittagessen und ein Abendessen. Im Pilgerbuch sah ich, dass die beiden Passauer die letzten Pilger am Ort waren. Diese waren inzwischen in Zamora angekommen.

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Die Speisen wurde von einem Lieferservice gebracht. Es waren noch zwei weitere Pilger aus Holland in der Herberge. Für 92 € bekamen wir warmes Mittagessen mit Pasta und danach gegrillte Fleischspieße….  Zum Abend Käse und Wurst. Kurzum viel zu viel….  Jeder noch zwei ganze Brote….  Wie soll man bei so viel Essen gut schlafen…

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Tag 22 Gotarrendura – Arévalo

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Am frühen Morgen weiter. Erst jetzt sahen wir die kleine nette Kirche des Ortes. Der Morgen in Spanien hat immer so ein ganz besonderes Flair.

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In Hernansancho machten wir eine kleine Pause an einer Tankstelle. Auch die Kirche wäre eine kleine Pause wert gewesen (leider wieder verschlossen!).

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Es folgten weitere nette kleine Ortschaften. Die vielen Pilgerkreuze sind Zeugnis der Bedeutung des Weges für die Pilger auf ihren Weg nach Santiago de Compostela.

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El Bohodón – Mit seiner schönen Kirche, die leider auch verschlossen war. Vermutlich werde ich irgendwann die ganzen Wege nochmals abfahren um nur die Kulturgüter zu besichtigen, die mir als Fußpilger alle „verschlossen“ blieben.

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Dann schließlich noch die Ortschaft Tiñosillos, wo wir eine kleine Pause machten. In der Bar wurde ebenfalls wieder das Thema Brexit diskutiert. Jetzt ging es ewig durch einen langen Wald. Die Bäume dienen der Harzgewinnung. Die Piste war sehr sandig und verlangte zusätzliche Kraft.

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Schließlich wurde Arévalo erreicht. Wir nahmen uns gemeinsam ein Zimmer im Hostal. Ich ging noch auf ein paar Tapas und Cervesas. Auch die beiden Holländer schliefen hier im Hostal. Sie sind auch irgendwie Dauerpilger und bloggen auch viel. Es waren 28 Kilometer an diesem wuderschönen Tag.

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Tag 23: Arévalo – Medina del Campo

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Die ganze Schönheit der Stadt lernt man erst beim Verlassen der selbigen kennen. Stadttore, Kirchen, Paläste…  Die Stadt bietet genug Sehenswürdigkeiten für einen ganzen Urlaub.

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Dann noch wunderschöne Plätze und Häuser. –  Es war noch sehr früh als wir die Stadt verlassen haben. Zwei einsame Pilger auf ihren Weg nach Santiago und Zamora.

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Der Camino de Levante führt den Pilger unfreiwillig auf einen Rundgang durch die historische Stadt. Hier ist dies wunderbar gelungen.

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Dann gingen wir nicht den neu ausgeschilderten Weg, sondern den alten, im spanischen Buch beschriebenen Camino. Oftmals kann man die Wegverlegungen nicht verstehen. Teils sind es Gemeinden die unbedingt am Weg liegen wollen, teils sind es wirtschaftliche Interessen von Gastronomen.

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Wir machten ein kleine Pause in der Bar in Palacios de Goda. Diese wurde gerade geöffnet. Etwas unfreundlich wurden wir bedient. Vielleicht lag es am schlechten Abschneiden der Spanier im Fußball… Hinter der Stadt sind noch Ruinen eines verlassenen Dorfes zu sehen.

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In San Vicente de Palacio musste ich mich schon wieder von meinem Freund aus Japan trennen. Wir gingen zur Tankstelle, da diese zugleich die einzige Bar im Ort ist. Hier wurden wir großzügig mit Gratis-Tapas versorgt.

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Mein Weg endetet erst in Medina del Campo. Eine unendlich lange Wanderung entlang der Autobahn. Inzwischen ist wohl ein neuer, schönerer Weg markiert, der aber wesentlich länger ist.

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Aber auch ein sehr langer Tag endet irgendwann. Da ich im Kloster keine Unterkunft fand, ging ich wieder einmal in ein Hostal…. Rund 36 Kilometer.

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Tag 24: Medina del Campo – Toro

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Ein Tag mit 56 Kilometer sollte folgen. Ich startete um 5 Uhr. Frühstück gab es in Nava del Rey. Viel Zeit nahm ich mir dafür aber nicht.

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Den ganzen Camino hatte ich keinen wirklichen Regen. Trotzdem kam es öfter zu Schlammschlachten am Weg durch die Bewässerungssysteme, die auch die Straße feucht hielten.

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Eine Zwischenübernachtung wäre in Siete Iglesias de Trabancos möglich. Doch ich musste noch über 30 Kilometer weiter. Hier am Ort fand man den Supermarkt wieder ganz versteckt und durch Zufall. Eine Frau kam mit Einkaufstüten aus einem Haus. Werbung ist hier wohl nicht notwendig.

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Es ging über Castronuño und Vallafranca del Duero. Bei so vielen Kilometern fielen meine Pausen sehr kurz aus.

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Ich wählte zunächst eine Wegvariante am Fluss. Schließlich wurde mit den fast letzten Kräften Toro erreicht. Die Länge des Weges spielt sich im Kopf ab und Tage mit 20 Kilometern können genauso hart sein wie Tage mit 40 Kilometern. Doch irgendwann (meist jenseits der 50) ist Schluss.

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Um ins Zentrum zu gelangen muss man zuerst einen steilen Aufstieg machen. Der Mega-Marathon hatte als noch einen weiteren Höhepunkt. Mein angestrebtes Hostal war geschlossen und ich musste ins nächste Hotel gehen. Ein sehr schönes Hotel! Richtig Zeit hatte ich für die Stadtbesichtigung nicht mehr. Es war schon früher Abend. Nach so vielen Kilometern ging es müde und glücklich ins Bett.

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Tag 25: Toro – Zamora

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Der letzte Tag zu meinem Ziel in Zamora. Nachmals 35 Kilometer…

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Der Weg zog sich hinaus aus der Stadt. Vorbei an der Pilgerherberge im Kloster. Nochmals gibt es schöne Ausblicke.

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Dann ein schöner Weg, der zunächst etwas entlang der Straße führt. Auch heute gab es wieder Schlammschlachten auf den bewässerten Feldwegen.

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Es folgen noch ein paar kleine Orte. Meine Mittagspause machte ich vor einem kleinen Supermarkt. Zwischen den Bäumen konnte man schon die ersten Häuser von Zamora sehen.

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Kurz vor Zamora machte ich noch einen kleine Stopp in Villaralbo. Hier wurde mir zum ersten Mal klar, dass meine Pilgerschaft nahezu beendet ist und ich in zwei Tagen wieder in Deutschland an meinem Schreibtisch sitze. Es fehlten nur noch 6 Kilometer.

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Der Wegweiser zeigt es an… Noch knappe 400 km nach Santiago de Compostela. Hier ist die Markierung des Camino de Levante zu Ende.

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Das mir bekannte Zamora war erreicht. Jetzt wäre der Weg identisch mit der „Via de la Plata“, die ich ja gut kenne. Über den Camino de Levante erreicht man die Stadt allerdings wesentlich schöner.

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Eine volle Pilgerherberge in Zamora. Eine erste Erfahrung von vielen Pilgern auf dem Weg. Ich kam gleich mit zwei Frauen aus England ins Gespräch. Hoffentlich dürfen sie visafrei zurück in ihre Heimat, die jetzt Nicht-Europäerinnen.

Auch wenn manche Wege heute zu stark bewandert sind, hätte ich mir doch mehr Pilger-Begegnungen auf dieser Tour gewünscht.

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Sportlich gesehen war es für mich der schnellste Camino aller Zeiten. 815 Kilometer in 25 Tagen. Man(n) soll Pilgerschaften nicht so sehen, aber die Männer auf meinen begleiteten Touren sind fast immer Statistiker.

Ein besonderer Dank geht an alle Menschen am Weg, die mir mit ihren Gesprächen den oft menschenleeren Weg verschönerten. Gracias …. für die Unterhaltung!

Das WM-Aus der Deutschen musste ich nicht mehr in Spanien erleben. Beim Spiel gegen Portugal war ich schon wieder in Vilsbiburg.

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Fazit für den Camino de Levante:
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Wer einen ruhigen Weg sucht….   Meine Empfehlung!!! Als „Höhepunkte“ ist wohl Toledo anzusehen.

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