Zwei-Tages-Tour von Österreich nach Bayern!

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Ausgangspunkt ist das österreichische Pfarrkirchen im Mühlkreis (Oberösterreich) mit seiner Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Im 17. Jahrhundert erreichte die Wallfahrt hier eine kurze Blüte. Sehenswert ist auch die gegenüber der Pfarrkirche gelegene Loretokapelle.

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Pfarrkirchen liegt auf 817 Metern. Auf einem schönen Waldweg erfolgt der Abstieg ins Tal und man erreicht Wehrbach und schließlich Altenhof mit seinem Schloss. Leider ist hier keine Besichtigung möglich. Die Barocke Schlosskirche ist die größte Privatkirche Österreichs. Immerhin konnte ich Schloss und Kirche von außen ansehen.

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Hinter Altenhof folgte der absolute Höhepunkt des Tages. Meine Wanderung durch die Schlucht der Ranna. Hier führt der Weg sogar durch einen kleinen Pilgertunnel. Etwas Vergleichbares habe ich bisher auf keinem anderen Camino erlebt.  Nach ca. 20 Minuten wird die Ranna-Staumauer erreicht.

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Jetzt geht es auf einem Fitnessweg entlang des Stausees bis zum Konzinger Steg. Hier überquert man den Stausee und gelangt nach einem Aufstieg im Wald nach Neustift im Mühlkreis. Eine kleine Pause gönnte ich mir in der Kirche zur Rosenkranzkönigin. Jetzt war es auch Zeit für die Mittagspause. Hierzu stehen mehrere Gaststätten zur Verfügung.

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Gleich hinter Neustift im Mühlkreis verlässt der Pilger Österreich. Der Schmugglerweg führte mich zu zwei alten Grenzsteinen aus Maria-Theresianischer Zeit. Ein alter Bauer, der hier gerade arbeitete, erzählte mir abenteuerlicher Schmugglergeschichten. Nun war ich wieder in Niederbayern, meiner Heimat.

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Erster Ort in Deutschland ist Gottsdorf mit seiner Pfarrkirche St. Jakobus. Es war die einzige Jakobskirche auf meiner zweitägigen Pilgerschaft. In der Kirche musste ich mir natürlich den Pilgerstempel holen. Auf meinen kurzen Pilgertouren habe ich mir angewöhnt, nicht mit einem Pilgerausweis zu gehen. Die Stempel kommen in den Reiseführer.

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Der Jakobsweg führte nun über Hitzing, Stollberg, Dürrmühle und Diendorf zu meinem Tagesziel Untergriesbach. Leider muss man hier auf Asphalt laufen. Wegkreuze säumen den Pilgern den Weg. Die Tagesetappe hatte eine Länge von 19 Kilometern.

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Untergriesbach mit seinen rund 6.000 Einwohnern und der Pfarrkirche St. Michael bietet verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten. Der Markt ist staatlich anerkannter Erholungsort. Man nannte mir die Zahl von jährlich rund 300 Pilgern, die hier im Ort nächtigen.

Beginn des Jakobswegs Böhmen-Bayern-Tirol ist das tschechische Krumau – Český Krumlov. Den Teil der Strecke bis Pfarrkirchen bin ich bisher noch nicht gegangen.

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Nach einer Nacht in Untergriesbach wollte ich nun meine Pilgerschaft fortsetzen. Noch im Ort erreicht man die Röhndl-Kapelle mit ihrem filigranen, durchsichtigen Turm. Ich holte mir den Schlüssel für eine Besichtigung im Nachbarhaus.

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Der Weg führte mich über Rampersdorf, Ziering und Schaibing zum Auerbach. Eine kleine erste Pause machte ich an der Kirche St. Josef in Schaibing. Entlang des Auerbachs pilgert man nun rund eine Stunde bis zum Weiler Schmölz. Dieser Teil der Strecke ist wohl der spirituellste Abschnitt des Tages. Kein Lärm von Autos, keine Asphaltstraße, nur das natürliche Geräusch des Baches.

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Der Weiler Schmölz mit seiner Martins-Kapelle beendet den Wegverlauf entlang des Baches. Mit 330 m ist man hier auf dem tiefsten Punkt dieser Etappe. Hinter der Kapelle geht es zuerst über eine alte Eisenbahnbrücke, dann steil bergan durch den Wald zum Dorf Zwölfing.

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Auf kaum befahrenen Asphaltstraßen führte mich der Jakobsweg weiter nach Thrynau. Der Ort hat rund 4.000 Einwohner und ist anerkannter Erholungsort. Zuerst besichtigte ich die St.-Christophorus-Kirche am Ortseingang. In der Ortsmitte folgten noch die Pfarrkirche St. Franz Xaver und die Loretto-Kapelle. Jetzt war es Zeit für die Mittagspause in einer netten Gaststätte. Die Zisterzienserinnen-Abtei St. Josef konnte ich leider nur von außen besichtigen.

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Gleich hinter Thyrnau hatte ich den ersten Blick auf Passau, meinem Pilgerziel. Auf angenehmen Nebenstraßen und schönen Waldwegen gelangte ich nach Zieglreuth, einem Stadtteil von Passau. Selbst kurz vor der Dreiflüssestadt verläuft der Weg noch auf Naturpfaden durch Wald und über Wiesen.

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Nach dem letzten Aufstieg hatte man den Panoramablick auf Passau mit der Veste Oberhaus und dem Dom St. Stephan. Leider setzte starker Regen ein, der das Erlebnis ein wenig drückte. Man erreicht die Ilz, den kleinsten der drei Flüsse Passaus und schließlich die Donau. Diese muss nun noch überquert werden, bis man ins historische Zentrum von Passau gelangt.

Als Pilger muss man immer positiv denken! – Es hätte auch den ganzen Weg regnen können!

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Der Stephansdom stellte das Ende meiner Pilgerschaft dar. Im Dom probte gerade jemand auf der Orgel. Ein Kunstgenuss, der den Tag wunderbar ausklingen lies.

Der zweite Tag hatte eine Länge von 25 Kilometern. Die Stadt Passau bietet viele Übernachtungsmöglichkeiten.

(Anmerkung: Einige Bilder entstanden auf meiner Wanderung im Frühjahr 2014, einige Bilder bereits im Sommer 2012.)